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Sarah White

Inhaltsstoffe unter der Lupe: PEGs in Kosmetik

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PEGs in Kosmetik (Polyethylenglykole) gehören zu den am häufigsten eingesetzten Inhaltsstoffen. Doch welche Funktion haben sie eigentlich in Cremes und Reinigungsprodukten und sind sie wirklich problematisch für die Haut? In meinem Artikel erfährst du, wie PEGs wirken, wofür sie eingesetzt werden und worauf du unbedingt achten solltest.

Inhalt

Neben Wasser und Öl wird kaum ein Inhaltssstoff so häufig in Kosmetik eingesetzt wie die sogenannten PEGs (Polyethylenglykole).

Du findet sie so ziemlich in jedem konventionellen Produkt. Unter anderem als Tensid, Emulgator oder Feuchthaltemittel.

Immer wieder stehen PEGs auch in der Kritik. Wie vorsichtig solltest du diese Inhaltsstoffe also verwenden? Auf Vor- und Nachteile dieser Stoffe sowie potenziell negative Wirkungen von PEGs in Kosmetik möchte ich in diesem Artikel näher eingehen.

PEGs in Kosmetik: flexibel und günstig

PEGs in Kosmetik sind synthetische Rohstoffe und haben schier unendliche Eigenschaften und Wirkungen. Ganz abhängig von der individuellen chemischen Struktur.

Der Grundbaustein von PEGs ist das Ethylenoxid, welches sich an Alkohol, Wasser und Carbonsäure anlagern kann. Dadurch entstehen dann ganz unterschiedlich lange Ketten und der Stoff lässt sich sehr flexibel für unterschiedliche Zwecke einsetzen.

Ethylenoxid und Wasser werden per Hydrolyse zu Ethylenglykol. Werden anschließend Ketten sich wiederholender Ethylenglykole aneinandergeheftet, entsteht das Polymer PEG.

Ethylenglykol ist Hauptbestandteil von Kühlflüssigkeiten und Frostschutzmitteln und gilt aufgrund der Umwandlung im Körper zu Oxalsäure als toxisch. Polyethylenglykole widerrum besitzen andere Eigenschaften und gelten entsprechend ihrer Höchstkonzentrationen als nicht toxisch.

Die unterschiedlichen Eigenschaften durch unterschiedliche Ketten und auch der günstige Herstellungspreis sind sicherlich die Hauptgründe, warum PEGs von den Herstellern gerne in Kosmetik eingesetzt werden. PEGs können sowohl als Tensid, Lösungsvermittler, Emulgator, Rückfetter oder Feuchthaltemittel eingesetzt werden.

Tensid, Feuchthalter oder Emulgator? Und was ist jetzt so verkehrt an PEGs in Kosmetik?

Der wohl größte Nachteil für unsere Haut ist, dass PEGs von unserer Haut nicht abgebaut werden können. Denn unsere Haut besitzt keine Enzyme, um PEGs zu verstoffwechseln. Stattdessen verbleiben sie nach dem Auftragen durch Creme, Serum oder ähnlichem Produkt nahezu unverändert auf der Hautoberfläche.

Das Resultat: die PEGs werden erst mit der nächsten Gesichtsreinigung wieder entfernt. Und hier kommt dann der sogenannte „Auswascheffekt“ zustande: Beim Gesichtwaschen lösen sie als Emulgator oder Tensid unsere hauteigenen Schutzlipide mit. Die Haut kann durch weniger Lipid in der Folge feuchtigkeitsärmer und trockener werden, genau das was wir mit Hautpflege eigentlich vermeiden wollen.

Auch die Hautbarriere kann herabgesetzt werden: PEGs in Hautpflege machen die Haut durchlässiger für Schadstoffe und Stoffe mit irritativen Potenzial.

All das macht sich besonders bemerkbar bei bereits trockener, feuchtigkeitsarmer, atrophischer oder empfindlicher Haut, wo die hauteigene Regeneration bereits vermindert ist.

Ist deine Haut also permanent trocken, egal wie viel Creme du verwendest, lohnt sich höchstwahrscheinlich ein Wechsel auf ein PEG-freies Produkt.

PEGs in Sonnenschutz und Tagespflege

PEGs als Polyether sind anfällig für Oxidation, insbesondere durch:

  • UV-Licht,
  • Wärme,
  • Luftsauerstoff,
  • Metalle und Metallspuren wie Eisen oder Kupfer.

Bei Zerfall bilden sie hochreaktive Hydroperoxide. Diese wirken sehr aggressiv und können die Neigung für Kontaktekzeme erhöhen. Sie gelten auch als Auslöser der Mallorca-Akne (Acne aestivalis).

Besondere Vorsicht in Bezug auf die Verwendung von PEGs ist daher bei Produkten geboten, die tagsüber verwendet werden wie Sonnenschutzmittel und Make-up mit Pigmenten aus Eisenoxid.

Auch die richtige Lagerung und Handhabung der Kosmetik spielt eine Rolle: am besten kühl, vor Feuchtigkeit geschützt und nach dem Öffnen nicht zu lange ungenutzt lassen.

Beispiel: Laureth-9 (Polidocanol)

Laureth-9 (auch als Polidocanol bekannt) ist ein PEG-Derivat und ein Beispiel dafür, dass sich nicht alle Stoffe über einen Kamm scheren lassen.

Als Ausgangsstoff kommt hier Laurylalkohol mit 9 Ethylenoxid-Einheiten zum Einsatz.  Der Stoff ist wasser- und fettliebend (amphiphil) und wird eingesetzt als Tensid, Emulgator, Lösungsvermittler und in der Dermatologie auch als juckreizlindernder Wirkstoff und als Sklerosierungsmittel bei Besenreißern.

Bei empfindlicher Haut ist auch hier Vorsicht geboten. Dennoch: Besonders die juckreizstillende Wirkung ist wertvoll. Als topisches Lokalanästhetikum blockiert der Wirkstoff schmerz- und juckreizleitende Nerven in der Haut. Er wird dafür häufig in Konzentrationen von 3-5% in Cremes oder Lotionen verwendet. Das kann bei chronischem Juckreiz (Pruritus sine materia), aber auch bei chronischen Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz, wie z.B. bei Neurodermitis, ein Zuwachs an Lebensqualität bedeuten.

So erkennst du PEGs in Kosmetik

Wenn du aus genannten Gründen auf PEGs in Hautpflege verzichten möchtest, kannst du die Stoffe recht einfach anhand der INCI-Liste erkennen.

  • Viele beginnen direkt mit PEG-, zum Beispiel PEG-40 Hydrogenated Castor Oil, und sind damit eindeutig gekennzeichnet.
  • Andere enden auf –eth, wie das bekannte Tensid Sodium Laureth Sulfate, welches in nahezu allen konventionellen Reinigungsprodukten wie Seife, Shampoo etc. eingesetzt wird.

Zusammenfassung

PEGs in Hautpflegeprodukten haben einige Nachteile, auch wenn es Stoffe wie Polidecanol gibt, die sinnvoll sein können. Bei empfindlicher Haut und in Produkten für tagsüber  ist Vorsicht geboten. Natürlich macht auch die Dosis das Gift.

Es gibt einige gute Alternativen für PEGs, die sich vor allem in Naturkosmetik und hautidentischer Kosmetik finden. Phospholipide wären ein Beispiel für hautidentische Emulgaturen, die sogar ganz natürlich auf deiner Haut vorkommen.

Welche Erfahrungen hast du mit PEGs gemacht?

PEGs in Kosmetik

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Ich verhelfe dir als angehende Ärztin und Trainerin der internationalen Kosmetikbranche mit viel Leidenschaft und Expertenwissen zu einer tollen Haut. In meinen Artikeln zeige ich dir, wie du deine Haut sichtbar verschönerst, welche Wirkstoffe richtig effektiv sind und warum du bestimmte Produkte besser im Regal stehen lässt. Hier kannst du meinen kostenlosen Ratgeber zum Kauf von Hautpflegeprodukten herunterladen.

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4 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo Sarah, Ich leide seit Monaten unter einer sehr trockenen und empfindlichen Haut. Die sieht gerötet und empfindlich aus. Früher hatte eine Mischhaut gehabt. Habe eine Zeitlang die Produkte von Paula Choice benutz, die ich am Anfang sehr gut vertragen habe. Wurde sogar immer wieder darauf angesprochen, wie toll meine Haut aussieht.
    Aber seit diesem Winter weiß ich nicht was mit meiner Haut los ist. Könnte jeden Tag eine Feuchtigkeitsmaske machen und es reicht immer noch nicht :-( War jetzt auch bei Kosmetikerin und sie meinte, ich habe eine sehr empfindliche gereizte Haut eher neigend zu Neurodermitis!!!! Hilfe!
    Jetzt würde ich gerne Produkte auf biomimetischer Basis versuchen, so wie du empfehlest. Kannst du da eine bestimmte Pflegeserie empfehlen?

    Ich lege viel Wert auf die Gesichtspflege, bin jetzt 40 geworden und will gesunde und gepflegt Haut haben………….. Aber so wenig wie möglich Chemie. Trinken tue ich schon immer viel Wasser, bis 3 Liter am Tag. Daran kann es also nicht liegen……
    Ich wäre dir sehr dankbar für deine Empfehlung.
    LG
    Jeanna

    • Sarah White

      Liebe Jeanna,

      ich kann mir vorstellen, dass das sehr nervig ist plötzlich so einem Wechsel der Haut ausgesetzt zu sein. Biomimetisch scheint in deinem Fall auch genau richtig – weil es den Hautschutz unterstützt. Ein nicht intakter Hautschutz kann der Grund für deine extrem trockene Haut sein – denn dadurch steigt der TEWL (Wasserverlust der Haut) stark an. Außerdem halten bestimmte hauteigene Lipide wie Ceramide die Haut geschmeidig.

      Probier doch mal Physiogel, die haben ein paar tolle Produkte (z.B. erhältlich aus der Apotheke).

      Liebe Grüße-
      Sarah

  2. Avatar

    Hallo Sarah :) Pegs versuche ich schon seit einger Zeit zu meiden. Ich habe auch das Gefühl, dass sie meine Haut auf Dauer eher austrocknen. Leider gibt es wenig Produkte die man so ohne Pegs kaufen kann. Sandra

    • Sarah White

      Hallo Sandra, ja da hast du recht. Produkte auf biomimetischer (=hautidentischer) Basis sind meist frei von PEGs. Lg Sarah


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