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Sarah White

PHA in Kosmetik

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PHA in Kosmetik sind eine sanfte Alternative zu klassischen AHA (Fruchtsäuren) und werden wegen ihrer tollen Wirkungen immer beliebter. Doch was macht Polyhydroxysäuren wie Gluconolacton eigentlich so besonders? In meinem Artikel erfährst du, wie PHAs wirken, welche Vorteile sie für die Hautpflege haben und worin sie sich von anderen Säuren unterscheiden.

Inhalt

Bestimmt kennst du Fruchtsäuren wie AHA – aber sind dir PHA in Kosmetik auch ein Begriff? Säuren in Kosmetik, wie die klassische Fruchtsäure (AHA) oder Salicylsäure (BHA), sind sehr bekannt. Es gibt nur wenige Wirkstoffe, über die so viel geschrieben wird und die schon so lange eingesetzt werden.

Es handelt sich schließlich auch um tolle Inhaltsstoffe, welche bei problematischen Hautbildern wie unreine Haut tatsächlich Verbesserungen bewirken. Dennoch haben AHA und BHA auch ihre Schattenseiten.

Kommen dir, wenn du an Säuren in Kosmetik denkst, sofort unangenehme Nebenwirkungen wie Brennen, Rötung und sonnenempfindliche Haut in den Sinn? Dann habe ich eine Lösung für dich: PHA in Kosmetik.

PHA ist vergleichsweise unbekannt.

Warum PHA meiner Meinung nach trotzdem die besseren Säuren sind und was PHA in Kosmetik verglichen mit anderen Säuren so einzigartig macht, erfährst du jetzt von mir.

Was sind PHA in Hautpflege?

PHA steht für Polyhydroxy Acid (Polyhydroxy Säuren). Dabei handelt es sich neben AHA, BHA und LHA um eine weitere Säureart. Säuren in Hautpflege werden gerne wegen ihrer exfoliativen und regenerativen Wirkungen eingesetzt. 

Bekannte PHA in Kosmetik sind zum Beispiel Gluconolacton, Lactobionic Acid und Galactose.

PHA in Kosmetik

Chemisch und funktional gesehen sind PHA den AHA sehr ähnlich. Es unterscheidet sie primär die Molekülgröße.

Beispielsweise hat das PHA Gluconolacton ein hohes Molekulargewicht von 178, im Vergleich zu Gylcolsäure mit 76.

Durch die größeren Moleküle penetrieren PHA wesentlich langsamer in die Haut ein. Das ist nichts schlechtes – im Gegenteil.

Herkömmliche Säuren und Ihre Nebenwirkungen

Allgemein bringen Säuren wie AHA und BHA in Kosmetik einige Vorteile mit sich. Sie sind in der Lage, die Haut sichtbar zu verfeinern. Besonders beeindruckende Ergebnisse lassen sich bei unreiner Haut, Neigung zu Akne, Hyperpigmentierungen und Zeichen von Hautalterung, wie Falten und Strukturverlust, erzielen.

Neben all diesen Vorteilen der klassischen Säuren, gibt es aber auch ein paar Nachteile die du zwingend kennen und berücksichtigen solltest:

1. Erhöhte Lichtempfindlichkeit durch AHA und BHA

Fruchtsäure und Salicylsäure vermindern die Toleranz der Haut gegenüber UV-Strahlung. Die Haut wird also tendenziell lichtempfindlicher. Eine Haut mit weniger Eigenschutz gegenüber Sonnenstrahlung hat ein höheres Risiko für einen Sonnenbrand und ist empfindlicher gegenüber UV-Schäden mit der Gefahr einer vorzeitigen, lichtbedingten Hautalterung

2. Sonnenschutz ist zwingend notwendig

Durch die erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut durch Verwendung von AHA und BHA sollte zwingend täglich ein Sonnenschutz verwendet werden. Ansonsten drohen Pigmentstörungen oder eine vorzeitige lichtinduzierte Hautalterung. Und täglich heißt auch wirklich konsequent jeden Tag, auch im Winter und hinter Glas. Denn insbesondere die UVA-Strahlung ist allgegenwärtig, selbst bei schlechtem Wetter und in Innenräumen. Wichtig ist auch ein regelmäßige Nachcremen zum Erhalt der Schutzwirkung .

Grundsätzlich ist ein täglicher Sonnenschutz aus Anti-Aging Gründen immer zu empfehlen. Bei Akne ist das aber so eine Sache: viele Sonnenschutzprodukte können die Poren verstopfen und eine unreine Haut oder Akne dadurch vielleicht sogar verschlimmern. Es kann ein Teufelskreis entstehen: die Säure wird zuerst verwendet, um die Akne zu lindern. Sie muss dann aber mit einem Sonnenschutz kombiniert werden, welcher wiederum die Akne begünstigen kann. Gründe für die Komedogenität der Sonnenschutzprodukte sind vor allem die wasserfesten Eigenschaften (oft Wachse) oder zugesetzten Öle zur Lösung von UV-Filtern.

Natürlich gibt es auch Sonnenschutzprodukte, welche die Poren nicht verstopfen. Es kann etwas dauern, das richtige Produkt für sich zu finden.

3. Negative Begleiterscheinungen von AHA und BHA

Je nachdem welche Säure in welcher Konzentration bei welchem Hauttyp verwendet wird, kann es bei der Anwendung von AHA und BHA zu negativen Begleiterscheinungen kommen.

Diese reichen von Rötung über Irritation, Schuppung, Brennen oder Trockenheit. Diese „Nebenwirkungen“ sind zwar temporär, aber doch sehr unangenehm. Es gibt auch Hauttypen, welche selbst bei geringen Konzentrationen immer mit diesen Begleiterscheinungen reagieren und klassische Säuren kaum tolerieren.

4. Empfindliche Haut und Säuren

Bestimmte Hauttypen und -zustände vertragen weder AHA noch BHA. Selbst die sanfteren Fruchtsäuren wie Milchsäure oder Mandelsäure können für diese Hauttypen zu stark sein.

Dazu zählen in der Regel hyperempfindliche Hauttypen, barrieregestörte Haut, bei Neigung zu Couperose und Rosazea, Psoriasis, Neurodermitis und periorale Dermatitis. Für diese Häute sind klassische Säuren häufig nicht tolerierbar, sie reagieren schnell mit den genannten Begleiterscheinungen.

Auch Mischzustände, z.B. unreine Haut gepaart mit Couperose, macht die Behandlung mit klassischen Säuren sehr schwierig. Denn die notwendigen Konzentrationen zur Verbesserung der Unreinheitenen wirken oftmals einfach zu reizend für diese Haut und sind damit ungeeignet.

Hier kommt PHA in Kosmetik ins Spiel

PHA sind ein Geheimtipp unter den Säuren. Denn die Polyhydroxy Säuren vereinen alle Vorteile von klassischen Säuren wie:

  • Wirkung gegen Unreinheiten, Unterlagerungen und Mitessern. Ideal auch bei Neigung zu Akne Tarda (auch Spätakne oder Erwachsenenakne genannt), da Wirkungen gegen Hautalterung und Unreinheiten vereint werden.
  • Wirkung gegen Zeichen von Hautalterung wie Falten, Hyperpigmentierungen, nachlassender Hautfestigkeit und –elastizität

Und das, ohne die Nachteile herkömmlicher Säuren:

  • PHA in Kosmetik sind extrem mild. Und das in hohen Konzentrationen und weitestgehend frei von Begleiterscheinungen. Sie exfolieren die Haut sanft ohne Irritation und sind in der Lage, Rötungen zu reduzieren und wirken entzündungshemmend.
  • PHA sind verträglich selbst für hyperempfindliche Haut. Sie werden in der Regel auch bei anspruchsvoller Haut wie Couperose, Neurodermitis etc. sehr gut vertragen.
  • PHA machen die Haut nicht lichtempfindlich. PHA erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Sonnenbrandes oder machen die Haut sensibler gegenüber Sonnenstrahlung. Im Gegenteil: es konnte in Studien gezeigt werden, dass PHA den Eigenschutz der Haut vor UV-Strahlung verbessert. Damit könnte PHA ein Schlüssel zur Behandlung von unreiner Haut sein, die durch täglichen Lichtschutz verschlimmert wird. Außerdem wird durch Anwendung von PHA keine lichtinduzierte Hautalterung provoziert. PHA lässt sich also das ganze Jahr über, auch im Sommer und während des Urlaubs, verwenden.
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Vorteile von Polyhydroxysäuren in Hautpflege

PHAs sind für mich AHAs 2.0 und wahre Alleskönner.

Neben all den genannten Vorteilen punkten PHA zusätzlich auch noch mit diesen tollen Eigenschaften:

  • PHA sind stark feuchtigkeitsbindend, denn die Moleküle der Polyhydroxy Säure ziehen Wassermoleküle an. Lactobionic Acid ist aus heutiger Sicht sogar die Säure, mit den höchsten wasserbindenden Eigenschaften.
  • PHA wirken unterstützend auf den Hydro-Lipidmantel und verbessern so den Eigenschutz der Haut.
  • PHA wirken antioxidativ.
  • PHA wirken fantastisch gegen Zeichen von Hautalterung wie Falten, Hyperpigmentierungen und nachlassender Straffheit und Elastizität. Sie sind in der Lage, die Enzyme Elastase und MMP zu hemmen.
  • Außerdem chelatisieren PHA in Kosmetik eingelagertes Eisen der Haut, welches sonst zu oxidativem Stress führen kann, und machen es biologisch inaktiv.

Zusammenfassung

AHA und BHA sind klasse und als wenige Wirkstoffe tatsächlich in der Lage, die Haut sichtbar zu verfeinern. Aber sie bringen auch einige Schattenseiten mit sich, die du bei der Anwendung berücksichtigen musst.

Einen Schritt weiter gehen PHA. Sie vereinen alle Vorteile der klassischen Säuren ohne die Nachteile, die AHA und BHA mitbringen können. PHA sind wahre Alleskönner und das bei absoluter Sanftheit, was sie sogar für hyperempfindliche Haut geeignet macht.

Aus meiner Sicht profitiert so gut wie jede Haut von PHA in Kosmetik. Die Behandlung mit Polyhydroxysäure ist simpel und du kannst, verglichen mit AHA oder BHA, nur wenig falsch machen.

PHA in Kosmetik

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11 Kommentare

  1. Avatar

    Einen schönen guten Morgen,
    Ich habe ein Problem und weiß nicht wie ich es ändern kann .
    Bin sehr schlank mache Sport , trinke genug , schlafe genug , Pflege meine Haut .
    Habe aber immer Schwellungen auf dem Knochen unter den Augen früh mehr dann bisschen besser . Aber nie weg ! Was kann das sein ?
    Für ein Paar Tips wäre ich dankbar.
    Lg Grit

    • Sarah White

      Liebe Grit,

      ganz lieben Dank für deine Nachricht :) Wenn die Schwellungen besonders morgens stark ausgeprägt sind, scheint es sich um Lymphflüssigkeit zu handeln. Unsere horizontale Position beim Schlaf begünstigt leider die Ablagerung von Lymphflüssigkeit um die besonders fragile Augenregion. Du könntest versuchen deine Lymphe zusätzlich etwas anzuregen, ich habe hier ein paar konkrete Tipps und Schritte in diesen beiden Artikeln zusammengefasst: Augenschwellungen reduzieren und Lymphstau Augen.

      Auch würde ich an deiner Stelle körperliche Ursachen ausschließen, darunter z.B. Allergien, Schilddrüsenprobleme oder ähnliches (dein Arzt kann dir hier weiterhelfen).

      Ich hoffe ich konnte dir helfen und sende liebe Grüße –
      Sarah

  2. Avatar

    Liebe Sarah, danke für den Tip.
    Hast du da eine Produktempfehlung für mich bezüglich der Reinigung und biomimetrischen Pflege?
    Liebe Grüße, Alina

  3. Avatar

    Hi Sarah,

    ich habe eine immer wieder aufflammende periorale Dermatitis und habe nun viel über PHA gelesen. Würdest du diesen Inhaltsstoff für meine empfindliche, zur Akne und POD neigende Haut empfehlen? Ich habe Angst die periorale Dermatitis damit anzukurbeln.

    Liebe Grüße, Alina

    • Sarah White

      Liebe Alina,

      vielen Dank für deine Nachricht.

      Ist deine periorale Dermatitis noch aktiv oder abgeklungen und im Status „immer mal wieder auftauchend“. Sofern letzteres der Fall ist, scheint dein Hautschutzmantel sich nicht gut und ausreichend zu regenerieren.

      PHA unterstützt durch den sauen pH-Wert den Säureschutzmantel, aber im Gegensatz zu herkömmlichen AHAs oder BHAs, wirklich ganz sanft. Dadurch könnte eher auch gut für dich geeignet sein.

      In deinem Fall würde ich ein PHA Produkt dann sehr vorsichtig einschleichen und die Haut dabei immer gut beobachten. Dadurch gibst du deiner Haut die Gelegenheit, sich an die Wirkstoffe zu gewöhnen. Hier gilt „weniger ist mehr“.

      Liebe Grüße und viel Gesundheit –
      Sarah

    • Avatar

      Hallo Sarah,

      danke für die schnelle Antwort. Die POD taucht bei mir seit 11 Jahren immer wieder auf. Von Nulldiät für die Haut über Antibiotika und ganz milde Reinigung habe ich alles schon probiert.
      Insgesamt ist die Haut einfach unrein und ich habe bei jeder Pflege Angst, dass die POD zusätzlich auftaucht. Aktuell habe ich um die Nase ein bisschen aktive POD.
      Dann lieber noch warten mit dem PHA?
      Liebe Grüße,
      Alina

    • Sarah White

      Liebe Alina,

      sehr gerne. Wahrscheinlich wäre biomimetische Pflege für dich sehr gut geeignet – die Basis ist analog zu unseren Lipidlayern der Haut aufgebaut, sie mimt quasi den Hautschutzmantel. Eine milde Reinigung ist ebenfalls extrem wichtig – nur ist nicht alles was als mild bezeichnet wird auch wirklich mild :)

      Vielleicht kannst du als Übergangslösung PHA verwenden, aber nur in Bereichen ohne POD und auch nur mit sehr langsamen und vorsichtigem Einschleichen. Dann kannst du dich schon mal an den Wirkstoff herantasten und schauen, was er für die unreinen Hautpartien für dich tun kann.

      Liebe Grüße –
      Sarah

  4. Avatar

    Hallo Sarah,

    ich habe mir dein Serum mit PHA zugelegt und als ich es gestern unter meiner Tagescreme verwendet habe, hat sich mir die Frage gestellt, ob das Serum wegen der Säure eine Einwirkzeit braucht?! Ich habe trockene Fetthaut und würdest du mir die Anwendung morgens und abends empfehlen?
    Vielen Dank :)
    Liebe Grüße Désirée

    • Sarah White

      Liebe Désirée,

      du hast mittlerweile schon Post von mir per Email bekommen mit einer ausführlichen Antwort auf deine Frage :)

      Lass mich wissen, falls noch etwas offen ist.

      Liebe Grüße –
      Sarah

  5. Avatar

    Hallo Sarah!
    Wie immer ein schöner, informativer Artikel. Für mich leider fast etwas zu spät, denn meine Akne ist weg :)
    Allerdings habe ich noch jede Menge Pickelmale, also rote Flecken. Helfen die PHA auch dagegen? Kannst du Produkte empfehlen (zur Überbrückung bis deines kommt)? Wie oft sollte man PHA anwenden?

    Liebe Grüße, Tanja

    • Sarah White

      Liebe Tanja,

      vielen Dank :) Oh, toll das deine Akne weg ist. Ja, PHA hilft auch bei Pickelmalen. Vor allem durch die exfolierende, regenerative Wirkung. Im neuen Serum sind dann zusätzlich auch Niacinamide drin, die hautaufhellend wirken. Zur Überbrückung: guck mal bei Neostrata, die haben sehr viele Produkte mit PHA im Sortiment.

      Hast du auch eingesunkene Pickelmale, also Vernarbungen? Da hilft ein Dermaroller wunder :)

      Liebe Grüße und ich freue mich von dir zu hören –
      Sarah


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