Narbenbehandlung

Bei tiefgehenden Verletzungen der Haut verbleiben oft Narben, die den Betroffenen je nach Ausprägung stark belasten können. Gut, dass es mittlerweile zahlreiche zur Narbenbehandlung gibt. Diese werden im nachfolgenden Artikel, den Frau Dr. med. Janken Hoffmann für iluqua verfasst hat, näher beschrieben.

Frau Dr. Janken Hoffmann ist Fachärztin für Plastische-, Ästhetische- und Rekonstruktive Chirurgie und bietet in ihrer Privatklinik in München ein breites Leistungsspektrum an. Ihre Hauptschwerpunkte sind die gesamte Brust- und Bauchdeckenchirurgie. Dr. Hoffmann ist außerdem Weiterbildungsermächtige für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie und veröffentlichte bereits mehrere Artikel für Fachzeitschriften.

 

Narbenbehandlung: Ästhetische Korrektur von Narben

Entstehen Verletzungen in der obersten Schicht der Haut kann unser Körper in der Regel problemlos gleichwertiges Gewebe bilden. Werden hingegen die unteren Hautschichten etwa durch tiefe Entzündungen, einen Sturz oder im Rahmen einer OP in Mitleidenschaft gezogen, entstehen in den meisten Fällen Narben. Denn unser Körper stellt für die unteren Hautschichten lediglich eine Art Ersatzgewebe her. Es hebt sich meist deutlichen von der übrigen, gesunden Haut ab.

Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Narben. Atrophe Narben sind flach und sehen aus wie Schwangerschaftsstreifen. Des Weiteren gibt es eispickelartig eingezogene Narben wie bei vielen Aknepatienten. Hypertrophe Narben sind hingegen erhaben, jedoch auf das Wundgebiet beschränkt. Dagegen wuchern Keloide oft über die ursprünglichen Wundränder hinaus. Eines haben die meisten Narben gemein: Vielen von uns sind sie ein Dorn im Auge.

 

 

Non-invasive Narbenbehandlung

Bei unscheinbaren, feinen Narben bedarf es in der Regel keiner Therapie. Bei sich zunehmend vorwölbenden Narben hilft oftmals bereits eine non-invasive Narbenbehandlung. Hierzu zählen etwa Narbensalben, die Du regelmäßig auftragen solltest, sobald die Wunde abgeheilt ist. Die Narbe wird durch die Verwendung weicher, flacher und heller. Ganz ähnlich funktionieren auch Silikonfolien, die Du einfach wie ein Pflaster auf die Narben klebst. Diese Behandlungen funktionieren sehr gut bei einzelnen Narben am Körper.

Wer jedoch von Akne betroffen war, dem hilft eine Dermabrasion meist eher weiter, als Narbensalben. Bei einer Dermabrasion wird die verletzte obere Hautschicht kontrolliert abgeschliffen. Leichte Aknenarben verschwinden so sehr gut, bei tieferen „Kratern“ geht eine Dermabrasion jedoch zu wenig tief. Die Abrasion kann in der Regel noch besser mit dem Laser durch Verdampfen der oberen Hautschichten erfolgen (siehe unten).

 

 

Narbenkorrektur mittels präziser Injektion und Subzision

Injektionen kommen tendenziell bei athrophen, also flachen, breiten Narben, häufiger bei eingesunkenen Narben zum Einsatz. Ziel ist es, einerseits die Hautbeschaffenheit zu verbessern und andererseits die Narben insgesamt anzuheben. Hier stehen Dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Soll Deine Narbe einfach unterfüttert werden, kann etwa körpereigenes Eigenfett verwendet werden. Dafür wird dir eine kleine Menge Fett entnommen und nach gründlicher Reinigung vorsichtig in den Bereich der Narbe injiziert. Diese Behandlung ist auch mit Eigenblut möglich. Was du vielleicht schon als Vampir-Lifting kennst, funktioniert nämlich auch für Narben. Dafür wird eine kleine Menge Blut abgenommen und das Plasma extrahiert. Dieses kann nun in die Narbe injiziert werden. Dadurch bildet sich Kollagen und Elastin im Bereich der Narbe und macht sie so heller und geschmeidiger.

Ähnlich funktioniert auch Hyaluronsäure – hier kommt Dir zudem der Effekt zugute, dass Hyaluronsäure viel Wasser binden kann und damit gleichzeitig die Hautstruktur verbessert. Der langfristige Unterspritzungseffekt kann häufig durch eine vorangehende Unterschneidung (Subzision) der Narbe mittels scharfer Kanüle oder Microskalpell verbessert werden.

 

 

Microneedling und Kortisoninjektionen

Microneedling funktioniert ohne weitere Wirkstoffe. Dabei werden winzige, feine Nadeln mit Nadelstempeln oder Dermarollern über die Narbe geführt. Dadurch entstehen zunächst erneut kleine Verletzungen, die Dein Körper anschließend heilt. So wird erneut Kollagen und Elastin in den oberen und unteren Hautschichten aufgebaut. Ein Dermaneedling eignet sich für die flächige Therapie von Aknenarben genauso wie für einzelne Narben. Je früher mit der Behandlung nach einem Trauma begonnen wird, umso besser ist der Effekt.

Bei überstehenden und wuchernden Narben kommt hingegen oft Kortison zum Einsatz. Dieser Wirkstoff hemmt die Bildung von Gewebe und sorgt so für eine Abflachung der Narben.

 

 

Narben glätten mit Laserlicht

Deine Narben kannst Du auch mittels Laser korrigieren lassen. Dabei kommen sowohl eingesunkene Narben – etwa nach einer Akneerkrankung  – als auch hypertrophe Narben und Keloide für diese Behandlung infrage. Meist wird hier mit einem CO2-Laser, einem Fraxel-Laser oder einem Erbium:YAD-Laser gearbeitet. Diese Laser entfernen den Gewebeüberschuss, sorgen aber durch die Erwärmung gleichzeitig dafür, dass sich bestehende Kollagenfasern zusammenziehen und gleichzeitig neue Fasern gebildet werden.

 

 

Bei starken Narben-Beschwerden: Hauttransplantation und Exzision

Wenn Narben mit den „sanften“ Methoden nicht ausreichend gut behandelt werden können oder sie für Dich nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern auch z.B. mit einer Bewegungseinschränkung verbunden sind, kann eine Exzision (Herausschneiden) oder gar eine Hauttransplantation sinnvoll sein.

Eine Exzision bezeichnet das komplette Herausschneiden  oder schrittweise Verkleinern der Narbe (Serienexzsion). Letzteres Verfahren wird angewendet, wenn Deine Narbe zu groß ist, um in einer einzigen OP entfernt zu werden. Im besten Fall ist nach dieser Behandlung von Deiner Narbe lediglich eine feine Linie übrig.

Bevor eine Hauttransplantation vorgenommen wird, muss das kaputte Gewebe, also die Narbe, ausgeschnitten werden. Anschließend kann von einer versteckt liegenden Körperstelle, etwa dem Rücken oder Oberschenkel, Haut entnommen und transplantiert werden. Natürlich entstehen auch hierbei Narben, doch die Transplantation ist in der Regel sehr gut planbar, sodass Schnitte möglichst unauffällig gesetzt werden.

 

 

Die Haut nach der Narbenkorrektur: Erfolge und Risiken

Je nach Behandlung und Größe des Eingriffs, kann es einige Wochen bis Monate dauern, bis sich ein endgültiges Ergebnis zeigt. Insbesondere bei Narbensalben und der Anwendung von Klammerpflastern ist Disziplin gefragt. Bei Injektionen jeglicher Art, ebenso wie bei einer Laserbehandlung können oft mehrere Sitzungen notwendig sein, um die Haut auf den richtigen Weg zu bringen. Wie die Erfolgsraten aussehen, lässt sich nur schlecht pauschal sagen. Hast Du von Haus aus ein gutes Bindegewebe? Dann wirken sich auch die Behandlungen meist sehr gut auf die Narbe aus. Doch selbst, wenn Du eher schwaches Bindegewebe hast, wird sich in jedem Fall eine Besserung zeigen.

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2 Kommentare

  1. AvatarAvatar

    Nach einem Unfall habe ich jetzt eine Narbe im Gesicht und fühle mich nicht so wohl. Ich möchte gerne eine Lösung finden, um die Narbe zu verstecken. Ich wusste nicht, dass man Narben mit Laser korrigieren kann. Interessant, dass der Laser einen Erwärmungseffekt nutzt, um neue Fasern bilden zu können. Ich werde mich weiter darüber informieren, danke!

    • Sarah WhiteSarah White

      Liebe Nora,

      das kann ich gut nachvollziehen! Berichte gerne, falls du dich entschließt deine Narbe zu korrieren. Kleine Maßnahmen sind z.B. auch Mikroneedling oder Dermapen die auch mit dem Effekt der Regeneration arbeiten.

      Liebe Grüße –
      Sarah


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