Die Postinflammatorische Hyperpigmentierung (kurz PIH) zeigt sich ganz typisch: Zum Beispiel wenn du nach Pickeln lange mit dunklen Flecken an dieser Stelle zu kämpfen hast. Die PIH ist eine Form der Pigmentstörung und wird umgangssprachlich auch als Pickelmal bezeichnet.
Wie die postinflammatorische Hyperpigmentierung entsteht, was du dagegen tun kann und bestehende Pickelmale sichtbar aufhellst, verrate ich dir jetzt.
Was ist eine postinflammatorische Hyperpigmentierung?
Den medizinischen Begriff postinflammatorische Hyperpigmentierung kennst du vielleicht eher unter dem gebräuchlicheren Wort „Pickelmal“.
Aber was ist das genau? Und warum hast du vielleicht mehr mit PIH zu kämpfen als andere?
Aussehen der postinflammatorischen Hyperpigmentierung
Vor allem an Stellen mit tiefer Entzündung bilden sich nach dem Abheilen gerne dunkle Flecken. Diese Flecken sind Pigmentstörungen, auch bekannt als Hyperpigmentierungen. Es ist eine natürliche (und aus Sicht deiner Haut auch sinnvolle) Reaktion auf die vorangegangene Entzündung. Die flachen Verfärbungen sind rötlich, bräunlich oder schwarz. Je nach Hauttyp sind sie unterschiedlich stark ausgeprägt.
Auch wenn theoretisch jeder Hauttyp betroffen sein kann: Wenn du zu den mittleren oder dunklen Hauttypen (Fitzpatrick Phototypen IV-VI) zählst, hast du eine höhere Neigung zur Bildung von postinflammatorischen Hyperpigmentierungen.
Die Dauer der Sichtbarkeit hängt ebenfalls mit der Bräunung der Haut zusammen. Bei dunklen Hauttypen bleibt die Verfärbung meist länger sichtbar.
Gründe für die Entstehung der Pickelmale
Grund für die Entstehung der postinflammatorischen Hyperpigmentierung ist die Melaninbildung. Melanin ist dein Hautpigment und je mehr davon gebildet wird, desto dunkler färbt sich deine Haut.
Nach Wunden, Irritationen oder Entzündungen wird automatisch die Wundheilung deiner Haut aktiviert. Und eine dieser Schutzfunktionen ist die vermehrte Melaninbildung. Denn Melanin soll dich vor äußerlichen Einflüssen schützen.
Leider bildet sich an diesen Stellen aber mehr Melanin als an allen übrigen Bereichen – das typische Pickelmal kommt zum Vorschein. Und bleibt auch nach Abheilen der Entzündung weiter bestehen.
Je stärker und tiefer die vorangegangene Entzündung war, desto größer und dunkler ist das Pickelmal in der Regel.
Es gibt ein paar Ursachen, welche die Bildung von postinflammatorischen Hyperpigmentierungen begünstigen:
Wiederkehrende Unreinheiten und Akne
Hast du immer wieder mit Unreinheiten zu kämpfen, die sich schnell entzünden? Eine Akne erhöht die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass nach dem Abheilen der Hautläsionen dunkle Pickelmale bestehen bleiben. Deshalb solltest du deine Neigung zu Unreinheiten oder Akne unbedingt als Ursache der PIH in Angriff nehmen.
Entzündungen und UV-Strahlung
UV-Strahlung und sichtbares Licht (z.B. blaues Licht) kann bei akuten Entzündungen die Bildung von postinflammatorischen Hyperpigmentierungen begünstigen. Insbesondere wenn deine Haut zu einer schnellen Bräunung neigt.
Pickel ausquetschen und Hautmanipulation
Auch wenn es für dich verlockend ist: Vom Pickel ausquetschen solltest du lieber die Finger lassen. Denn ohne richtige „Technik“ beim Ausquetschen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du die Entzündung noch tiefer in das Gewebe hineinbringst. Damit erhöhst du sogar die Gefahr einer postinflammatorischen Hyperpigmentierung oder Vernarbung deiner Haut. Deshalb lieber zu einer guten Kosmetikerin gehen.
Falls du generell zu Skin Picking neigst, habe ich dir in einem separaten Artikel die wichtigsten Hilfestellungen zusammengefasst.
Dauer der postinflammatorischen Hyperpigmentierung
Glücklicherweise mildern sich die meisten deiner Pickelmale mit der Zeit von alleine. Der Zeitraum bis zur vollständigen Abheilung ist aber sehr unterschiedlich: von wenigen Monaten bis zu mehren Jahren kann theoretisch alles möglich sein. Es gibt leider auch Fälle, wo die postinflammatorische Hyperpigmentierung dauerhaft als Pigmentstörung bestehen bleibt.
Je dunkler das Pickelmal verglichen mit der restlichen Haut ist, desto länger dauert das Verblassen in der Regel. In der Regel korreliert dies auch mit der Tiefe der Entzündung: Also je tiefer die Entzündung war, desto stärker ist häufig das Pickelmal.
Das Aufhellen deiner Pickelmale kannst du beschleunigen: mit unterschiedlichen kosmetischen Möglichkeiten. Damit kannst du auch verhindern, dass die Pickelmale dauerhaft sichtbar bleiben.
Maßnahmen gegen postinflammatorische Hyperpigmentierungen
Am einfachsten ist es, der Bildung von PIH vorzubeugen. Aber auch wenn die Pickelmale bereits da sind, gibt es ein paar Möglichkeiten sie aufzuhellen und abzumildern.
1. Postinflammatorische Hyperpigmentierung vorbeugen
Wenn du zu Pickelmalen neigst, ist dieser Punkt für dich besonders essentiell: die tägliche Verwendung eines Sonnenschutzes. Insbesondere an allen Hautstellen, die besonders der UV-Strahlung ausgesetzt sind: also Gesicht, Hals, Dekollete und Hände. Denn Strahlung steigert die Melaninbildung deiner Haut mit der Folge einer stärkeren Verfärbung.
Da auch sichtbares Licht, wie blaues Licht, die Melaninbildung anregen kann, empfehle ich dir einen pigmentierten UV-Schutz oder Spezialprodukte mit HEV-Filter.
Sonnenschutz spielt übrigens auch im Winter, hinter Glas und an wolkigen Tagen eine große Rolle. Insbesondere UVA-Strahlung ist immer präsent.
2. Postinflammatorische Hyperpigmentierung aufhellen
Wenn du bereits bestehende postinflammatorische Hyperpigmentierungen hast, helfen dir Wirkstoffe mit aufhellenden, schälenden oder Tyrosinase-hemmenden Eigenschaften. Geeignet wären zum Beispiel: Fruchtsäure, Polyhydroxysäure, Azelainsäure, Hydrochinon, Retinoide, Kojisäure, Vitamin C, Süßholzwurzel oder Niacinamide.
Ein Dermatologe kann außerdem unterschiedliche Laseranwendungen durchführen, um Pickelmale schnell zu reduzieren.
Achtung: Bei den meisten Wirkstoffen und Anwendungen empfehle ich dir ganz ausdrücklich einen konsequenten UV-Schutz, da die Haut lichtempfindlicher werden kann.
Eine kontinuierliche Anwendung ist wichtig, genauso wie Geduld. Pickemale können sehr hartnäckig sein und es kann Monate dauern, bis gute Ergebnisse gegen die Hyperpigmentierung erreichst.
3. Postinflammatorische Hyperpigmentierung kaschieren
Temporär lassen sich die Hyperpigmentierungen natürlich auch mit Makeup abdecken. Wenn normale Foundation zu leicht ist und die Pickelmale trotzdem dunkel durchschimmern, kann dir stark deckendes Camouflage helfen.
Besonders Komplementärfärben kaschieren und neutralisieren zuverlässig:
- bei helleren Hauttönen hilft oft ein Pfirsichton,
- bei mittleren und dunkleren Hauttönen ein orange oder orangerot.
Achtung: Teufelskreis
Starke Produkte gegen unreine Haut wirken zwar vielleicht gegen deine Unreinheiten, reizen aber auch die Haut und stören Hautbarriere und Hautmikrobiom. Die Haut wird so gereizt, sensitiver und empfindlicher gegenüber Licht. Die Folge kann eine verstärkte Bildung von Pigmentflecken sein.
Zu starke Whitening-Produkte hellen diese Pigmentflecken dann vielleicht zwar auf, führen aber widerrum zu einer Reizung der Haut mit vermehrter Überpigmentierung. So kann ein Teufelskreis entstehen.
Stärker ist nicht immer besser. Empfehlenswerter sind wirksame und zeitgleich milde Hautpflegeprodukte. Wenn deine Haut durch die Anwendung zu sehr gereizt wird, solltest du auf sanftere Alternativen umsteigen, um diesem Teufelskreis zu entkommen.
Zusammenfassung
Die Postinflammatorische Hyperpigmentierung kann, besonders wenn du eine Neigung dazu hast, sehr hartnäckig sein.
Pickelmale verhindern ist wohl am sinnvollsten. Durch eine sanfte Pflege, UV-Schutz und gezielte Hautpflege-Maßnahmen.
Aber auch wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist: die PIH verschwindet oft von alleine. Auch wenn du von außen sinnvoll unterstützen kannst.
Ich bin neugierig: Hast du eigene Erfahrungen mit der postinflammatorischen Hyperpigmentierung gemacht und vielleicht sogar Tipps?

4 Kommentare
Hallo
Ich benutze skinoren 15%
Jeder neue Pickel hinterlässt so ein Fleck
Obwohl es ja gegen Pickelmale ist warum?
Liebe Katja,
vielen lieben Dank für deine Nachricht!
Pickelmale entstehen meist wegen einer Entzündung als Folge der Unreinheiten. Je tiefer diese ist, desto stärker ist meist auch die Verfärbung. Azelainsäure ist schonmal gut um die bereits vorhandene Verfärbung nach und nach aufzuhellen. Du könntest probieren, tiefe Entzündungen vorab schon zu minimieren: durch Wirkstoffe wie AHA, BHA und besonders PHA, Entzündungshemmer und andere klärende Wirkstoffe.
Auch empfehlen kann ich dir täglichen UV-Schutz, da die Haut aufgrund der Entzündung generell schneller „pigmentiert“ und lichtempfindlicher wird.
Hab einen tollen Abend –
Sarah
Hallo Sarah,
danke für deinen Beitrag. Was wären denn sanftere Alternativen, damit man nicht in den Teufelkreis gerät? Ist ein AHA-Peeling z. B. schon zu stark?
Danke dir!
Liebe Grüße
Linda
Liebe Linda,
vielen Dank für deine Nachricht!
Wenn du fleissig und konsequent täglich UVA- und UVB-Filter verwendest, kann AHA gut funktionieren. Am Ende hängt es vom verwendeten Produkt ab. Ich würde dir empfehlen, nicht zu sehr starken Konzentrationen (inkl. sehr niedrigem pH-Wert) zu greifen – weil einfach die Gefahr hier größer ist, dass die Haut überreizt wird. Auf Entzündungen kann die Haut leider ebenfalls mit Hyperpigmentierungen reagieren.
Es gibt sanfte Alternativen, die ebenfalls sehr wirksam sind, falls du unsicher bist – Milchsäure als eine der mildesten AHA oder gleich PHA wie Gluconolacton oder Lactobionsäure (mit PHA Säuren habe ich selber sogar ein Serum entwickelt: https://iluqua.com/produkte/serum-unreine-haut/).
Hab ein schönes Wochenende –
Sarah