Wunderwirkstoffe: PHA in Kosmetik

Kommen dir, wenn du an Säuren in Kosmetik denkst, sofort unangenehme Nebenwirkungen wie Brennen, Rötung und sonnenempfindliche Haut in den Sinn? Dann habe ich eine Lösung für dich: PHA in Kosmetik. Aber auch sonst solltest du unbedingt weiterlesen, wenn du deine Haut sichtbar verfeinern willst.

Herkömmliche Säuren in Kosmetik, wie die Fruchtsäure (AHA) oder Salicylsäure (BHA), kennst du bestimmt. Es gibt kaum Wirkstoffe, über die mehr geschrieben wird.

Zurecht – denn es handelt sich um tolle Inhaltsstoffe, welche auch bei problematischen Hautbildern wie Akne tatsächlich Verbesserungen bewirken. Dennoch haben AHA und BHA auch ihre Schattenseiten.

Eine Säureart, die im Vergleich dazu noch ziemlich unbekannt ist: PHA.

Warum PHA meiner Meinung nach die bessere Säure ist und was PHA in Kosmetik verglichen mit anderen Säurearten so einzigartig macht, erfährst du jetzt von mir.

 

Was ist PHA?

PHA steht für Polyhydroxy Acid (Polyhydroxy Säuren). Dabei handelt es sich neben AHA, BHA und LHA um eine weitere Säureart. Bekannte PHA in Kosmetik sind zum Beispiel Gluconolacton, Lactobionic Acid und Galactose.

Chemisch und funktional gesehen sind PHA den AHA sehr ähnlich – es unterscheidet sie primär die Molekülgröße.

Beispielsweise hat Gluconolacton, ein PHA, ein hohes Molekulargewicht von 178 im Gegensatz zu Gylcolsäure mit 76

Durch die größeren Moleküle penetrieren PHA wesentlich langsamer in die Haut ein. Das ist nichts schlechtes – im Gegenteil.

 

Herkömmliche Säuren und Ihre Nebenwirkungen

Allgemein bringen Säuren wie AHA und BHA in Kosmetik einige Vorzüge mit sich. Sie sind in der Lage, die Haut sichtbar zu verfeinern. Besonders beeindruckende Ergebnisse lassen sich bei Akne, Hyperpigmentierungen und Zeichen von Hautalterung wie Falten und Strukturverlust erzielen. Neben all diesen Vorteilen der klassischen Säuren, gibt es aber auch ein paar Nachteile die du zwingend kennen und berücksichtigen solltest:

1. Erhöhte Lichtempfindlichkeit durch AHA und BHA:

Fruchtsäure und Salicylsäure vermindern die Toleranz der Haut, sich vor der Sonne zu schützen. Die Haut wird also lichtempfindlicher. Eine Haut mit weniger Eigenschutz gegenüber Sonnenstrahlung neigt zu vorzeitiger, lichtbedingter Hautalterung. Auch die Gefahr eines Sonnenbrandes erhöht sich.

2. Sonnenschutz ist zwingend notwendig:

Durch die erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut durch Verwendung von AHA und BHA muss täglich ein Sonnenschutz verwendet werden, sonst drohen Pigmentstörungen oder vorzeitige lichtinduzierte Hautalterung (auch genannt Lichtalterung oder extrinsische Hautalterung). Und täglich heißt auch wirklich täglich, selbst im Winter. Denn die UV-Strahlung ist allgegenwärtig, selbst bei wolkigem Himmel und hinter Glas. Wichtig ist auch das regelmäßige Nachcremen, denn chemische Filtern bauen sich nach einer gewissen Zeit ab.

Generell ist zwar ein täglicher Sonnenschutz aus Anti-Aging Gründen immer zu empfehlen. Bei Akne ist das aber so eine Sache: viele Sonnenschutzprodukte verstopfen die Poren und können das Erscheinungsbild der Akne so wieder verschlimmern. Es entsteht ein Teufelskreis – denn die Säure wird verwendet um die Akne zu lindern, muss aber mit einem Sonnenschutz kombiniert werden welcher wiederum die Akne begünstigen kann.

Gründe für die Komedogenität der Sonnenschutzprodukte sind vor allem die wasserfesten Eigenschaften (oft durch Wachse) oder zugesetzten Öle zur Lösung von UV-Filtern. Natürlich gibt es auch Sonnenschutzprodukte, welche die Poren nicht verstopfen. Es ist aber sehr schwer, das richtige Produkt für sich zu finden.

3. Negative Begleiterscheinungen bei der Anwendung:

Je nachdem welche Säure in welcher Konzentration bei welchem Hauttyp verwendet wird, kann es bei der Anwendung von AHA und BHA zu negativen Begleiterscheinungen kommen. Diese reichen von Rötung über Irritation, Schuppung, Brennen oder Trockenheit. Diese „Nebenwirkungen“ sind zwar temporär, aber doch sehr unangenehm. Es gibt auch Hauttypen, welche selbst bei geringen Konzentrationen immer mit diesen Begleiterscheinungen reagieren.

4. Empfindliche Haut und Säuren:

Bestimmte Hauttypen vertragen weder AHA noch BHA – selbst die sanfteren Fruchtsäuren wie Milchsäure oder Mandelsäure können für diese Hauttypen zu stark sein. Dazu zählen in der Regel hyperempfindliche Hauttypen, barrieregestörte Haut, außerdem Problemhaut wie Couperose, Rosazea, Psoriasis oder periorale Dermatitis. All diese reagieren besonders häufig und stark mit den beschriebenen Begleiterscheinungen.

Für Mischzustände – wie z.B. Couperose gepaart mit Akne, macht dies die Behandlung mit klassischen Säuren sehr schwierig. Denn die notwendige Konzentration zur Verbesserung der Akne wirkt oftmals einfach zu reizend für die Haut und ist damit kontraproduktiv.

 

Hier kommt PHA in Kosmetik ins Spiel

PHA sind ein Geheimtipp unter den Säuren. Denn die Polyhydroxy Säuren vereinen alle Vorteile von klassischen Säuren wie:

  • Wirkung gegen zu Akne neigender Haut, Unreinheiten, Unterlagerungen und Mitesser. Ideal auch bei Akne Tarda (auch  Spätakne oder Erwachsenenakne genannt), da Wirkung gegen Hautalterung und Akne vereint wird.
  • Wirkung gegen Zeichen von Hautalterung wie Falten, Hyperpigmentierungen, nachlassender Hautfestigkeit und –elastizität

Und das, ohne die genannten Nachteile herkömmlicher Säuren:

  • PHA in Kosmetik sind extrem mild. Und das in hohen Konzentrationen und weitestgehend frei von Begleiterscheinungen. Sie exfolieren die Haut sanft ohne Irritation und sind in der Lage, Rötungen zu reduzieren und Entzündungen zu hemmen. Das macht sie auch zu idealen Wirkstoffen für postoperative Nachbehandlungen oder bei einer parallelen medikamentösen Behandlung von Akne.
  • PHA sind verträglich selbst für hyperempfindliche Haut. Sie werden in der Regel auch bei Problemhaut wie Couperose, Psoriasis usw. sehr gut vertragen.
  • PHA machen die Haut nicht lichtempfindlich. PHA erhöhen nicht die Wahrscheinlichkeit eines Sonnenbrandes oder machen die Haut sensibler gegenüber Sonnenstrahlung. Im Gegenteil: es konnte in Studien gezeigt werden, dass PHA den Eigenschutz der Haut vor UV-Strahlung verbessert. Damit könnte PHA ein Schlüssel zur Behandlung von Akne sein, die durch täglichen Lichtschutz verschlimmert wird. Außerdem wird durch Anwendung von PHA keine lichtinduzierte Hautalterung provoziert. PHA lässt sich also das ganze Jahr über, auch im Sommer und während des Urlaubs, verwenden.

PHAs sind die AHAs 2.0 und wahre Alleskönner.

Neben all den genannten Vorteilen punkten PHA zusätzlich auch noch mit diesen tollen Eigenschaften:

  • PHA sind stark feuchtigkeitsbindend, denn die Moleküle der Polyhydroxy Säure ziehen Wassermoleküle an. Lactobionic Acid ist aus heutiger Sicht sogar die Säure, mit den höchsten wasserbindenden Eigenschaften.
  • PHA wirken stärkend und unterstützend auf den Hydro-Lipidmantel und verbessern so den Eigenschutz der Haut.
  • PHA wirken antioxidativ.
  • PHA wirken fantastisch gegen Zeichen von Hautalterung wie Falten, Hyperpigmentierungen und nachlassender Straffheit und Elastizität. Sie sind in der Lage, die Enzyme Elastase und MMP zu hemmen. Außerdem chelastisieren PHA in Kosmetik eingelagertes Eisen der Haut, welches sonst zu oxidativem Stress führen kann, und machen es biologisch inaktiv.

 

Fazit

AHA und BHA sind klasse und als wenige Wirkstoffe tatsächlich in der Lage, die Haut sichtbar zu verfeinern. Aber sie bringen auch einige Schattenseiten mit sich, die du bei der Anwendung berücksichtigen musst.

Einen Schritt weiter gehen PHA. Sie vereinen alle Vorteile der klassischen Säuren ohne die Nachteile, die AHA und BHA mitbringen können.

PHA sind wahre Alleskönner und das bei absoluter Sanftheit, was sie sogar für hyperempfindliche Haut eignen lässt. Aus meiner Sicht profitiert wirklich jede Haut von der Verwendung von PHA. Die Behandlung mit PHA in Kosmetik ist anwendungsfreundlich und du kannst verglichen mit AHA oder BHA fast nichts falsch machen.

 

Quellen

PHAs and Bionic Acids: Next Generation Hydroxy Acids

A polyhydroxy acid skin care regimen provides antiaging effects comparable to an alpha-hydroxyacid regimen.

The Use of Polyhydroxy Acids (PHAs) in photoaged skin

The polyhydroxy acid gluconolactone protects against ultraviolet radiation in an in vitro model of cutaneous photoaging.

Cosmeceuticals v. Zoe Diana Draelos, S. 190, Tab. 24.1

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Wunderwirkstoffe: PHA in Kosmetik
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2 Kommentare anzeigen
  • Tanja
    Antworten

    Hallo Sarah!
    Wie immer ein schöner, informativer Artikel. Für mich leider fast etwas zu spät, denn meine Akne ist weg :)
    Allerdings habe ich noch jede Menge Pickelmale, also rote Flecken. Helfen die PHA auch dagegen? Kannst du Produkte empfehlen (zur Überbrückung bis deines kommt)? Wie oft sollte man PHA anwenden?

    Liebe Grüße, Tanja

    • Sarah White
      Sarah White

      Liebe Tanja,

      vielen Dank :) Oh, toll das deine Akne weg ist. Ja, PHA hilft auch bei Pickelmalen. Vor allem durch die exfolierende, regenerative Wirkung. Im neuen Serum sind dann zusätzlich auch Niacinamide drin, die hautaufhellend wirken. Zur Überbrückung: guck mal bei Neostrata, die haben sehr viele Produkte mit PHA im Sortiment.

      Hast du auch eingesunkene Pickelmale, also Vernarbungen? Da hilft ein Dermaroller wunder :)

      Liebe Grüße und ich freue mich von dir zu hören –
      Sarah

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