Tenside in Kosmetik: Seifenfrei ist nicht gleich sanft

Ich stelle mal eine gewagte These auf: Ich behaupte, dass ein Großteil der derzeit häufigsten Hautprobleme wie Reizung, Irritation und Trockenheit fast immer durch eine falsche Hautreinigung entstehen.

Warum? Die Kosmetikindustrie setzt den Hautreinigungsprodukten sehr häufig extrem starke Tenside (Reinigungsmittel) zu, welche unsere natürliche Hautbalance außer Lot bringen können. Und das führt zu unterschiedlichsten, unangenehmen Begleiterscheinungen auf unserer Haut. Hautreinigung ist wichtig – gar keine Frage. Aber in der heutigen Zeit die richtigen Produkte zu finden, gründlich und schonend zugleich, ist nicht so einfach wie du vielleicht denkst.

Besonders tricky: durch Werbeaussagen wie „seifenfrei“ nehmen wir an, dass das Produkt besonders sanft ist. Dies ist leider nur selten der Fall.

In diesem Artikel gehe ich deshalb intensiv darauf ein, worauf du bei Hautreinigung achten solltest, welche Tenside du besser meidest und welche eine wirkliche Alternative darstellen.

 

Wozu Tenside in Kosmetik?

Der Begriff Tensid stammt vom lateinischen „tensus“, was so viel wie „gespannt“ bedeutet. Tenside werden auch als waschaktive Substanzen oder Detergentien bezeichnet. In Hautpflegeprodukten findet man sie in allen reinigenden Produkten wie Shampoo oder Reinigungsschaum aber auch als Emulgator in allen möglich Cremes, da durch ihren Einsatz Fett- und Wasserphase erst zu einer Creme vermischt werden können. Dieser Artikel bezieht sich auf Tenside in Hautreinigungsprodukten, weil insbesondere diese oft in für die Haut kritischen Mengen eingesetzt werden. Wer sich zum Thema Emulgatoren schlau machen möchte, hier hatte ich bereits einen Artikel zum Thema PEGs verfasst.

Bei Tensiden handelt es sich um Substanzen mit amphiphilen Eigenschaften. Das bedeutet, dass die Oberflächenspannung zweier Phasen, z. B. Wasser und Öl, herabgesetzt wird und dadurch erst eine Vermischung beider Substanzen möglich wird. Wie bei einer fettigen Pfanne, wo erst unter Zugabe von Spülmittel die Reinigung mit Wasser ermöglicht wird, sorgen Tenside in Kosmetik dafür, dass sich lipidlösliche Rückstände auf der Haut mit Wasser entfernen lassen. Tenside in Kosmetik haben also eine wichtige Aufgabe, weil wir unsere Haut alleine mit Wasser nicht gründlich von Schmutz befreien können.

Zusätzliche fungieren Tenside als Schaumbildner. Schaum selber hat keinen reinigenden Charakter, er erweckt bei uns lediglich diesen Eindruck – dank guten Marketings der Kosmetikindustrie. Meiner Meinung nach ist Schaum nicht nur völlig überflüssig, starke Schaumbildung steht auch in enger Verbindung mit besonders aggressiven Tensiden. Aber dazu gleich mehr.

 

Warum ist Hautreinigung überhaupt wichtig?

Neben den negativen Aspekten der meisten Hautreinigungsmittel wie Austrocknung und Reizung dürfen wir eines nicht vergessen: die Hautreinigung ist ein wichtiger Teil der Hautpflege. Denn auf unserem Hauttalg binden sich mit Vorliebe Schadstoffe und Verunreinigungen aus der Umwelt (Schadstoffe sind meist fettlöslich und nicht wasserlöslich), welche unbedingt entfernt werden sollten. Auch überschüssiger Talg und Make-up vom Tag müssen weg. Gründliche, aber sanfte, Hautreinigung ist essentiell – besonders am Abend.

 

Welche Tenside in Kosmetik gibt es?

Es gibt vier primäre Tensidarten, welche man in Hautreinigungsprodukten findet. Diese unterscheiden sich nach ihrer chemischen Ladung: anionische, kationische, amphotere und nichtionische Tenside. In Kosmetikprodukten findet man sehr oft nicht nur eine Art, sondern eine Mischung der nachfolgenden Tensidarten vor.


Anionische Tenside

Tenside, welche eher in konventionellen Produkten zu finden sind. Sie verfügen über eine negative Ladung und eine hohe Reinigungskraft, wodurch sie zu einer Austrocknung und Reizung der Haut führen können. Vom Anteil werden sie, verglichen mit anderen Tensidarten, am häufigsten eingesetzt.

Nachteile:

  • starke Reinigungskraft
  • starke Schaumbildung
  • hohes Irritations- und Austrocknungspotenzial

Beispiele:

  • Sodium Lauryl Sulfate
  • Sodium Laureth Sulfate
  • Sodium Cetearyl Sulfate
  • Sodium Coco Sulfate

Fazit: Anionische Tenside zählen zu den schärfsten Tensiden in Hautreinigungsmitteln. Unter diese Kategorie fallen insbesondere Sulfate (in der INCI-Liste an der Endung „Sulfate“ erkennbar) und verseifte Fettsäuresalze (bekannt als Seife). Diese Tenside sollten für eine hautschonende Reinigung möglichst gemieden werden.


Kationische Tenside

Diese Tenside besitzen eine positive Ladung und dadurch eine weniger reinigende Wirkung, dennoch kann man sie nicht als sanft bezeichnen. Durch ihre Ladung lagern sie sich an Haut und Haar und helfen danke ihrer antistatischen Wirkung z.B. gegen fliegende Haare. Der Haupteinsatz in Kosmetik ist daher auch im Bereich der Haarpflege (Conditioner und Kuren). Bestimmte kationische Tenside wirken zudem biozid, weshalb sie auch als Desinfektionsmittel eingesetzt werden.

Nachteile:

  • Irritationspotenzial

Beispiele:

  • Cetrimonium chloride
  • Stearalkonium chloride

Fazit: Diese Tenside spielen in Hautreinigung eine untergeordnete Rolle, da sie aufgrund der antistatischen Wirkung eher in Haarpflege eingesetzt werden. Dennoch gelten sie nicht als sanft.


Amphotere Tenside

Diese Tenside fungieren sehr oft als Co-Tenside, da sie abhängig von der Produktformulierung entweder positiv oder negativ geladen sein können und durch diesen Umstand gut kombinierbar sind. Gerne werden sie auch zusammen mit anionischen Tensiden verwendet, da sie in der Lage sind die starke Reinigungswirkung abzumildern. Ob amphotere Tenside am Ende mild wirken, hängt stark mit der Gesamtformulierung ab. Grundsätzlich gelten sie aber als mildere Variante zu anionischen und kationischen Tensiden.

Nachteile:

  • Irritationspotential stark abhängig von Produktformulierung und genereller Tensidkombination

Beispiele:

  • Sodium Lauriminodipropionate
  • Disodium Lauroamphodiacetate
  • Coco Betaine
  • Lauryl Betaine

Fazit: Amphothere Tenside sind gute alternativen zu starken Tensidarten. Wie sanft das Produkt wirkt, ist am Ende aber stark von der Formulierung abhängig (Mischung mit anderen Tensiden, pH-Wert des Reinigungsprodukts).


Nichtionische Tenside

Nichtionische Tenside besitzen keine chemische Ladung. Das macht sie ebenfalls zu beliebten Kandidaten für Mischungen unterschiedlicher Tensidarten: sie verhalten sich neutral und sind vielseitig kompatibel. Zusätzlich sind sie in der Lage, ähnlich wie amphothere Tenside, stärkere Tenside abschwächen. Alleine eingesetzt, wirken diese Tenside in Kosmetikprodukten mild und hautverträglich. Dadurch dass sie wenig Schaum bilden werden sie hauptsächlich in Naturkosmetik eingesetzt, weniger in konventioneller Kosmetik.

Nachteile:

  • Reinigungswirkung kann, abhängig von Produktformulierung, zu schwach sein

Beispiele:

  • Polysorbate
  • Glyceryl Oleate
  • Glyceryl Stearate
  • Lauryl Glucoside,

Fazit: Nichtionische Tenside sind, allein eingesetzt, geeignet für eine milde Hautreinigung. Auch wenn diese Tenside in der Regel wenig Schaum bilden, sind sie für eine hautfreundliche Reinigung geeignet. Gängige Vertreter sind z.B. Glucoside (erkennbar in der INCI-Liste an der Endung „Glucoside“).

 

Hautreinigungsmittel – von aggressiv über sanft

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Tenside ist es schwer, sich einen Überblick darüber zu verschaffen ob ein Produkt tatsächlich mild ist – hier hilft es, etwas Hintergrundwissen über unterschiedliche Produktarten von Hautreinigungsmitteln zu haben.

Tenside in Kosmetik

Reinigungsschaum

Dadurch das der Schaum im Fokus steht, sind die Produkte oft die mit der aggressivsten Reinigungswirkung. Schaum wird vor allem für fettige oder unreine Haut angeboten – ist selbst aber für diesen Hauttyp viel zu stark. Vor Reinigungsschaum mit starken Tensiden rate ich jedem Hauttyp ab.


Reinigungsgel

Auch Reinigungsgel, vor allem in der konventionellen Kosmetik, schäumt meist sehr stark und enthält in den meisten Fällen, weil eher für Mischhaut oder unreine Haut, starke Tenside.


Reinigungsmilch

Das Prinzip der Hautreinigung durch eine Reinigungsmilch unterscheidet sich von den anderen Produktarten. Die Reinigungsmilch liegt bereits als Emulsion vor (Fett- und Wasserphase wurden schon vermischt), wodurch die Menge an Tensiden deutlich reduziert werden kann. Deshalb ist es auch ausreichend die Milch auf das Gesicht aufzutragen, ohne diese mit Wasser zu vermischen. Sie wird lediglich mit einem trockenen Wattepad oder etwas Wasser abgenommen. Reinigungsmilch wird vor allem für empfindliche oder trockene Haut angeboten. Sie kann auch bei unreiner Haut angewendet werden, hier muss aber sichergestellt werden, dass keine Rückstände auf der Haut verbleiben. Generell bietet sich hier als Abschluss ein Gesichtswasser an. Insgesamt ist diese Produktart mild.


Hydrophiles Reinigungsöl

Reinigungsöl basiert auf reinen Ölen gemischt mit Tensiden. Es wird pur auf die Haut aufgetragen, einmassiert und dann, dank der enthaltenen Tenside, einfach mit Wasser abgewaschen. Durch diese Anwendung kommt es mit verhältnismäßig geringem Tensidanteil aus und gilt als eher hautfreundlich. Es kann von jedem Hauttyp verwendet werden, besonders trockenere Haut profitiert von diesem Produkt. Bei unreiner Haut ist wichtig, keine Rückstände der Öle auf der Haut zu hinterlassen und mit viel purem Wasser abzuwaschen.


Mizellenwasser

Das Mizellenwasser gilt als sanfte Alternative zu herkömmlichen Reinigungsprodukten wie Reinigungsgel und –schaum. Was macht Mizellen so besonders? Normalerweise ordnen sich die Tensid Moleküle in einer wässrigen Lösung nicht an, sondern schwimmen frei herum. Wird die CMC (Critical Micelle Concentration) erreicht, formen sich aus den freien Molekülen der Tenside Spheren mit einem wasserliebenden äußeren Teil und einem inneren fettliebenden Teil. Durch diese Anordnung ist die Reinigungswirkung sehr sanft. Am Ende ist es aber immer von einer guten Formulierung abhängig (sodass die ideale CMC hergestellt wird) und von der eingesetzten Tensidart. Hier findest du weitere Informationen.


Mikrofasertuch

Das Mikrofasertuch zeichnet sich durch seine besonders feinen und dichten Fasern aus. Es wird nass angewendet und dient der sanften Hautreinigung und zusätzlich der Entfernung von Hautschüppchen. Besonders vorteilhaft ist, dass zur Reinigung weder Tenside noch andere Zusatzstoffe verwendet werden. Dies schont die Hautbarriere. Damit ist das Mikrofasertuch ideal bei empfindlicher oder irritierter Haut und kann auch bei erweiterten Äderchen und Couperose verwendet werden. Wichtig ist, bei der Verwendung nur wenig Druck auszuüben.

 

Welche Hautreinigung ist besser: natürlich oder synthetisch?

Pauschal kann ich weder Naturkosmetik noch konventionelle Kosmetik im Bereich der Hautreinigung empfehlen. Oftmals lohnt es sich aber trotzdem, eher im Bereich der Naturkosmetik nach sanften Hautreinigungsmitteln zu schauen. Denn: viele scharfe Sulfate, die sehr gängig in der konventionellen Kosmetik sind, werden in zertifizierter Naturkosmetik nicht verwendet. Allerdings muss man dort aufpassen, dass nicht unnötige Alkohole und/oder Duftstoffe eingesetzt werden. Die Möglichkeit, eine sanfte Alternative in der Naturkosmetik zu finden, ist aber insgesamt etwas höher.

Natürlich gibt es auch in der konventionellen Kosmetik sehr gute Produkte – man muss sie einfach nur finden.

 

Fazit

Es ist schwer, alle möglichen Tensidarten zu kennen und einzuschätzen, ob diese zu den aggressiveren Varianten zählen. Gemein ist, dass selbst für sensible Haut gekennzeichnete Produkte sehr oft alles andere als sanft sind. Als Faustregel gilt: Je stärker es schäumt, desto höher ist der Tensidanteil.

Tenside die man aber möglichst immer meiden sollte sind Sulfate, die sich auch einfach in der INCI-Liste aufgrund ihrer Endung „Sulfate“ erkennen lassen. Gängige Vertreter sanfter Tenside sind unter anderem Glucoside, die man ebenfalls gut in der INCI-Liste aufgrund ihrer Endung „Glucoside“ identifizieren kann.

Im Zweifelsfall muss man aber immer die gesamte INCI-Liste auseinandernehmen. An dieser Stelle ist mein Ratgeber erwähnt, der dir dabei hilft die Inci-Liste lesen zu lernen.

Wer all das nicht möchte kann sich an sanften Produktarten orientieren. Hier ist besonders Reinigungsmilch, Reinigungsöl, Mizellenwasser und das Mikrofasertuch erwähnenswert.

 

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Tenside

5 Quick Tipps für makellose Haut, die du unbedingt kennen solltest.

Tipps für makellose Haut

Nicht immer haben wir stundenlang Zeit für ausgiebige Beautytreatments. Im stressigen Alltag muss es auch einfach mal schnell gehen.

Wie du wenig Zeit investierst und trotzdem etwas für schöne Haut machst – das gelingt mit diesen 5 Tipps für makellose Haut, die wunderbar wenig Zeit in Anspruch nehmen.

 

Morgens peelen

Bestimmt kommt dir folgendes bekannt vor: beim morgendlichen Auftragen deiner Foundation bemerkst du, wie schuppig deine Haut ist. Oder sie wirkt einfach nur fahl und blass, irgendwie alles andere als schön. Was jetzt erstmal merkwürdig klingt, ist sehr effektvoll: morgens peelen.

Es ist fast wie ein ungeschriebenenes Gesetzt nur abends zu peelen. Schließlich ist die Haut nach einem Peeling sonnenempfindlich und wir wollen den Effekt einer besseren Wirkstoffaufnahme über Nacht nutzen.

Morgens peelen ist aber die Möglichkeit für ebenmäßige Haut und natürlichen Glow, auch wenn die Realität (deine Haut) eigentlich ganz anders aussieht. Es gibt nichts effektiveres als Morgens peelen, wenn du ein perfekt-ebenmäßiges Hautbild benötigst.

Anders als normale Peelings, die nervige Körnchen und rote Stellen auf der Haut hinterlassen, sind Mikrofasertücher dafür am besten geeignet. Sie peelen nicht nur verhältnismäßig sanft, sondern zeitgleich sehr gründlich. Trotzdessen verhindern sie eine irritierte und gerötete Haut – das Ergebniss ist eine samtig-weiche und gut durchblutete Haut. Danach noch Sonnenschutz und ggf. Makeup auftragen und voilà.

 

Ultraschall gegen Augenschwellungen

Jeder der Morgens regelmäßig mit geschwollenen Augen aufwachen muss, weiß wie nervig dies ist. Meistens klingt die Schwellung im Laufe des Tages nach und nach ab, aber nicht immer haben wir Lust darauf zu warten.

Eine Möglichkeit, diesen Vorgang extrem zu beschleunigen: eine 2-minütige Ultraschallmassage.

Dafür verwendest du ein passendes Ultraschallgerät mit kleinem Kopf und bewegst dieses langsam in langen Bahnen von Augeninnenwinkel bis zu den Schläfen. Diese Massageschritte unterstützen den Lymphfluss und entstauen. Die Schwellung geht innerhalb weniger Minuten stark zurück und du kannst Make-up und Co. verwenden.

Ideal ist eine Behandlung mit Ultraschall und Spezialprodukten auch bei Augenringen.

 

Feuchtigkeitsboost

Viele Fältchen, grade im Bereich der Augenpartie, entstehen einfach nur wegen Feuchtigkeitsmangel. Denn ohne die notwendige Feuchtigkeit zieht sich deine Haut zusammen und es entsteht ein Fältchen. Wenn deine Haut oft knittrig aussieht oder sogar vorzeitig gealtert wirkt, hilft also ein gutes Feuchtigkeitsserum.

Du kannst aber noch viel mehr machen, als nur täglich dein Serum aufzutragen. Mit folgendem Trick: trage dein Feuchtigkeitsserum einfach Schicht für Schicht so oft hintereinander auf, bis die Haut keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt. Zwischen den einzelnen Schichten wartest du einfach kurz, bis das Serum größtenteils eingezogen ist.

Anwendung:
1. Feuchtigkeitsserum im gesamten Gesicht auftragen.
2. Vorsichtig mit den Fingerspitzen verteilen und leicht einmassieren, damit nicht zuviel Produkt auf den Handinnenflächen landet.
3. Warten, bis das Serum größtenteils eingezogen ist.

4. Die nächste Schicht auftragen und Schritte 1.-3. solange wiederholen, bis die Haut gesättigt ist.

Wichtig ist es, dass du ein möglichst pures Feuchtigkeitsserum mit guten Inhaltsstoffen und wenig bis gar keinem Fettanteil verwendst. Auch Wirkstoffenampullen oder wässrige Elixire sind eine Option. Als Wirkstoff ist Hyaluronsäure ideal, weil sie sehr hohe Mengen an Feuchtigkeit binden kann.

Deine Haut ist nach der Anwendung sichtbar mit Feuchtigkeit gesättigt, wirkt praller und Fältchen verschwinden.

 

Trockenöl über Nacht

Trockenöle zeichnen sich dadurch aus, dass sie besonders gut in die Haut einziehen und die Haut nähren. Dadurch eignen sie sich für viele Hauttypen, auch für die eher fettige Haut. In Phasen, wenn deine Haut besonders schuppig, trocken oder empfindlich ist, sind diese Öle ideal.

Großzügig aufgetragen über Nacht, statt der üblichen Creme, wird deine Haut reichhaltig gepflegt. Ein paar Tropfen am Morgen sorgen für schnellen Glow.

Dadurch das diese Öle pur verwendet werden, enthalten sie keine unnötigen Zusatzstoffe wie Konservierungsstoffe, Emulgatoren, Duftstoffe und ähnliches. Das macht sie besonders verträglich und sanft.

Ein Öl, welches du unbedingt probieren solltest, ist Arganöl. Es ist für alle Hauttypen geeignet. Für Akne kommt z.B. Distelöl in Frage.

Tipp: Befeuchte vor dem Auftragen des Öls dein Gesichts mit Wasser, dadurch zieht nicht nur das Öl besonders gut in deine Haut sondern diese wird auch mit Feuchtigkeit versorgt.

 

Zinkcreme gegen Pickel

Entzündete Unreinheiten wie Pickel und Pusteln kannst du über Nacht mit wenig Arbeit den Garaus machen.

Dafür trägst du punktuell etwas Zinkcreme auf die betroffene Stelle – diese Salbe ist stark entzündungshemmend und wirkt austrocknend. Oft ist die Entzündung (der eigentliche Grund warum der Pickel fürchterlich aussieht und auffällt) am nächsten Morgen komplett verschwunden und der Pickel lässt sich einfach überdecken. Die perfekte Alternative zum Ausquetschen, was nicht selten die Entzündung sogar verschlimmert und unansehnliche Pickelmale hinterlassen kann.

Zinkcreme gibt es günstig in der Apotheke und sollte in keinem Haushalt fehlen.

10 Hautpflege Fehler: Warum deine Hautpflege keine Wirkung hat.

Hautpflegefehler

Deine Haut verbessert sich einfach nicht, obwohl du so viel Zeit und Mühe in deine tägliche Pflegeroutine steckst?

Vielleicht machst du einige der folgenden 10 Hautpflege Fehler.

 

1. Hautpflege Fehler: Du verwendet ein falsches Produkt, welches nicht zu deinem Hauttyp passt

Natürlich kann dein Produkt nur wenig helfen, wenn es einfach nicht zu den Bedürfnissen deiner Haut passt. Weißt du genau, welches dein Hau(p)tproblem ist? Kennst du deinen Hauttyp wirklich?

Es bringt beispielsweise wenig, deine trockene Haut mit reichhaltiger Creme zu versorgen wenn sie eigentlich nach Feuchtigkeit dürstet (Hier hilft dir dieser einfache Test).

Ganz genau herausfinden kannst du deinen Hauttyp mit ausgiebigen Hauttests z.B. bei der Kosmetikerin. Und das Gute: dein Hauttyp verändert sich nicht.

 

2. Hautpflege Fehler: Du verwendest deine Produkte einfach nach Lust und Laune

Die Packungsbeilage von Arzneimitteln wird fast von jedem gelesen. Aber schaust du dir die Verwendungsempfehlung deiner Produkte an?

Warum das so wichtig ist, hatte ich bereits in diesem Artikel über Masken beschrieben.

Benutzt du das Produkt eher nach Lust und Laune kann das bedeuten: zu häufige Anwendung, zu lange Wirkzeit aber auch nicht regelmäßig genug. Die erwünschte Wirkung bleibt damit einfach aus.

Richte dich daher am besten nach den Vorgaben auf dem Produkt.

 

3. Hautpflege Fehler: Du mixt alles durcheinander

Creme, Serum, Maske… Alles durcheinander?

Wer die richtigen Steps zur richtigen Zeit macht, hat klare Vorteile bezüglich Wirksamkeit.

Die Konsistenz hilft dir einzuschätzen, in welcher Reihenfolge das Produkt verwendet werden sollte: Produkte sollten immer von leicht nach reichhaltig aufgetragen werden z.B. das leichte Serum zuerst, dann die reichhaltigere Creme auftragen.

Der Grund: die Feuchtigkeit wird so von dem reichhaltigeren Produkt eingeschlossen und kann nicht verdunsten.

Trägt man erst ein reichhaltigeres Produkt auf, stoßen die Fette im Produkt die wässrigen Inhaltsstoffe wie eine Barriere ab und machen das Produkt so überflüssig.

Generell gilt folgende Reihenfolge:

  1. Reinigung
  2. Peeling (bei Bedarf)
  3. Toner
  4. Serum
  5. Maske (bei Bedarf)
  6. Creme

 

 4. Hautpflege Fehler: Du verwendest deine Kosmetik zum falschen Zeitpunkt

Bestimmte Wirkstoffe werden zu bestimmten Zeitpunkten besser von der Haut verarbeitet. Das ist auch der Grund warum Seren am besten am Abend verwendet werden sollten.

Andere Inhaltsstoffe wiederum machen die Haut sogar lichtempfindlich, so dass eine nächtliche Anwendung nicht nur sinnvoll ist, sondern Pflicht.

Dazu zählen Säuren (Gylcolsäure, Weinsäure etc…, außer PHA) sowie schälende Inhaltsstoffe (Retinol).

Lichtschutz in Kombination mit Antioxidantien gehört wiederrum aber wieder ganz klar zu den Inhaltsstoffen, die am Tage Sinn machen.

Prinzipiell kann man sagen: Wirkstoffe zur Hautverbesserung wirken am Abend besonders gut, da dann alle Repairprozesse stattfinden. Tagsüber solltest du den Fokus auf Hautschutz, nämlich Lichtschutz und Schutz vor Umweltbelastungen, legen.

 

5. Hautpflege Fehler: Du verwendest (unwissentlich) schlechte Produkte mit noch schlechteren Inhaltsstoffen

Klar kannst du alles richtig machen: wenn deine Produkte schlecht sind hilft das alles wenig.

Wie aber findest du gute Produkte? Dazu musst du die Inhaltsstoff Liste („INCI“) lesen können, denn sie führt alle enthaltenen Inhaltsstoffe auf.

Genau zu diesem Thema habe ich einen kostenlosen Guide geschrieben, den du hier downloaden kannst.

 

6. Hautpflege Fehler: Du überpflegst dich

Die Dosis macht das Gift, dass kann man nicht oft genug betonen.

Hochwirksame Produkte werden plötzlich zum Übeltäter, wenn du es übertreibst.

Das ist wie mit gutem Rotwein: in Maßen sehr gesund, zu viel davon ist eine Katastrophe für deinen Körper.

Was aber passiert bei zu viel Pflege? Die Haut wird dann nicht schöner, sondern im Gegenteil, verschlechtert sich.

Es können Unreinheiten entstehen oder auch die sogenannte Stewardessenkrankheit, Periorale Dermatitis.

 

7. Hautpflege Fehler: Du passt die Kosmetik nicht deinem Hautzustand an

Deine Creme war immer dein heiliger Gral? Du verwendest sie schon seit Jahrzehnten und kannst dir nichts anderes mehr vorstellen?

Das ist vielleicht ein Fehler – deine Haut verändert sich und mit ihr auch ihre Bedürfnisse.

Was viele Jahre perfekt war, kann plötzlich nicht mehr funktionieren.

Durch Alterung nimmt z.B. die Feuchtigkeits- und Fettproduktion ab und schon kann dein Lieblingsprodukt nicht mehr hilfreich sein.

Deshalb ist es so wichtig die Hautbedürfnisse immer zu beobachten.

 

8. Hautpflege Fehler: Du verwendest Mischhautprodukte

Du hast eine Mischhaut? Dass du das weißt, ist schon mal viel Wert.

Aber was genau braucht denn eigentlich eine Mischhaut?

Jedenfalls keine Mischhaut Produkte.

Mischhaut Produkte sollen angeblich (mit nur einem Produkt!) gleichzeitig fettige Haut ausbalancieren, Unreinheiten bekämpfen und trockene Haut mit Fett und Feuchtigkeit versorgen.

Das funktioniert einfach nicht. Grade der Begriff Mischhaut ist für jede Haut individuell.

Für deine Mischhaut sinnvoll ist tatsächlich nur eins (auch wenn es umständlich ist): ein passendes Produkt für jede deiner unterschiedlichen Hautpartien und –bedürfnisse.

 

9. Hautpflege Fehler: Du wechselst deine Kosmetik wie deine Unterwäsche

Kosmetik wirkt nicht über Nacht – es dauert etwa 4-6 Wochen bevor man ein endgültiges Fazit zu einem neuen Produkt ziehen sollte.

Ausnahme: Bei Unverträglichkeitsreaktionen wie Schuppung, Rötung oder Juckreiz das Produkt sofort absetzen.

Soforteffekte sind eine Illusion: Kosmetik die Soforteffekte bringt enthält meist übertünchende Inhaltsstoffe wie Silikone, die der Haut auf Dauer mehr Schaden als Nutzen bringen.

 

10. Hautpflege Fehler: Deine Reinigung ist zu stark

Eine aggressive Reinigung kann auf der Haut viel Schaden anrichten und den Hautzustand dramatisch verschlechtern.

Der Schutzmantel der Haut wird bei zu starker Reinigung immer wieder beschädigt. Dadurch geht der Eigenschutz verloren und die Haut ist anfälliger für Umweltbelastungen und Sonnenstrahlen.

Im schlimmsten Fall führt dies zu trockener, empfindlicher und geröteter Haut, Pigmentstörungen und erweiterten Äderchen.

Du arbeitest also mit starker Reinigung genau gegen deine Ziele schöner Haut. Und es entsteht ein Teufelskreis aus reinigen und cremen.

Meine Empfehlung: Mizellenwasser zum Abschminken (z.B. Bioderma SensibioH2O aus der Apotheke) und für das gesamte Gesicht ein Mikrofasertuch mit lauwarmen Wasser (z.B. von Rossmann). Sanfter und hautschonender geht kaum!

Wunderwirkstoffe: Hyaluronsäure

Wunderwirkstoff Hyaluronsäure

Nur 1 Gramm dieses Wunderwirkstoffs ist in der Lage, ganze 6 Liter Wasser an sich binden.

Es gibt kaum einen Inhaltsstoff der so effektiv ist: Hyaluronsäure in Kosmetik.

Heute erkläre ich dir, was genau dieser Wunderwirkstoff für dich tun kann und wie du ihn bestmöglich in deiner Hautpflege einsetzten kannst.

 

Was ist Hyaluronsäure?

Du kennst diesen Wirkstoff wahrscheinlich entweder als Filler durch die Injektion beim Arzt oder zum Auftragen in Form von Hyaluronsäure-Creme oder -serum.

Was du aber vielleicht nicht weißt: Hyaluronsäure ist auch ein natürlicher und sehr wichtiger Bestandteil unseres Körpers, besonders unserer Haut.

50 % des gesamten Hyaluronsäuregehalts unseres Körpers befindet sich in Dermis und Epidermis (mittlere und oberste Hautschicht).

Der Name Hyaluronsäure leitet sich von griechischen Wort hyaloid („gläsern“) und dem enthaltenen Bestandteil Glucuronsäure ab.

Als Gelbildner unserer extrazellulären Matrix sorgt Hyaluronsäure unter anderem für Feuchtigkeitsspeicherung und Volumen in der Dermis.

Das funktioniert durch die negativen Ladungen innerhalb des Moleküls: diese stoßen sich ab und führen zu einem „knäulen“. In diesen Hohlräume können, vergleichbar mit einem vollgesogenen Schwamm, große Mengen an Wasser eingelagert werden.

 

Das tut Hyaluronsäure alles für deine Haut

Nur 1 Gramm ist in der Lage, unglaubliche 6 Liter Wasser an sich binden.

Dein Augapfel beispielsweise besteht zu 2% aus HS mit bis 98% gebundenem Wasser.

Das zeigt auch das enorme Potenzial von Hyaluronsäure in Kosmetik und Hautpflege.

Das hohe Wasserbindevermögen sorgt für die Hydratation der Haut: Hyaluronate geben ihren Hydratmantel erst nach ca. sechs Stunden ab und sind damit sehr effektive Befeuchter.

Studien konnten feststellen, dass Hyaluronsäure auch die Fibroblasten in den unteren Hautschichten stimuliert. Die Neubildung von Kollagen und Elastin wird demnach angeregt und das Hautgerüst in Aufbau und Stabilisierung unterstützt.

Zusätzlich wirkt HS hautglättend, leicht filmbildend und schützend. Feine Fältchen werden durch die Verwendung sichtbar gemildert.

Die Verträglichkeit ist sehr hoch, da es sich bei der Ursprungsform um eine körpereigene Kohlenwasserstoffverbindung handelt. Allergien oder Unverträglichkeiten gegen die heute verwendete Hyaluronsäure sind praktisch nicht bekannt.

 

Nicht jede Hyaluronsäure ist gleichgut geeignet.

Hyaluronsäure ist nicht gleich Hyaluronsäure.

Unterschieden wird in der Kosmetikindustrie vor allem zwischen den unterschiedlichen Größen der Moleküle.

 

Große (hochmolekulare) Moleküle

Diese Art wird am häufigsten eingesetzt. Durch die Größe des Moleküls kann die Hyaluronsäure nicht in die Haut penetrieren (eindringen).

Trotzdem wirkt sie filmbildend, feuchtigkeitsbewahrend und schützend- ebend nur auf der Hautoberfläche.

Der Effekt bleibt, da auf der Oberfläche, nur kurzfristig erhalten.

Große Moleküle sind deutlich günstiger als die niedermolekulare Variante.

 

Kleine (niedermolekulare) Moleküle, auch Hyaluronsäure Fragmente (HAF) genannt

Diese Moleküle sind besonders klein (unter 25.000 Dalton) und damit in der Lage in die Hautschichten einzudringen. Dort docken sie an die Rezeptoren der Zellen und erhöhen die eigene Hyaluronsäureproduktion.

Für anti-aging ist diese Art der Hyaluronsäure besser geeignet, denn durch die tiefer im Gewebe gebundene Feuchtigkeit wirkt die Haut straff und prall. Sogar feine Fältchen können so „aufgepolstert“ werden.

Niedermolekulare Hyaluronsäure wird meist in höherpreisigen Produkten verwendet, da sie teurer ist.

 

So wird Hyaluronsäure in Kosmetik am besten eingesetzt

Mit steigendem Alter sinkt, wie so vieles, auch unser hauteigener Hyaluronsäuregehalt allmählich ab.

Während der Gehalt bei 19 – 47-Jährigen noch 0,33% beträgt, sinkt er bei 60-Jährigen auf 0,015% und bei 70-Jährigen sogar auf nur noch 0,007%. Im Vergleich zu einer 19jährigen hat eine 70jährige Frau damit eine um 98% geringere HS-Konzentration.

Folge ist ein verringertes Feuchtigkeitsbindevermögen, welches zu trockener, rauer Haut, dem Einsinken der Hornschicht (Stratum corneum) und verminderter Elastizität und Spannkraft führt. Sichtbar werden vor allem unliebsame Falten.

Hyaluronsäure wurde in die Beitragsserie „Wunderwirkstoffe“ aufgenommen. Nicht zu unrecht: Hyaluronsäure kann wirklich bei jedem Hauttyp und für jedes Alter eingesetzt werden.

Für junge Haut ist besonders die schützende Filmbildung der hochmolekularen Hyaluronsäure interessant. Diese schützt präventiv vor Austrocknung und verhindert, dass zuviel Feuchtigkeit verdunstet. Die Haut wird zuverlässig mit Feuchtigkeit versorgt. Feuchtigkeitsarme Haut ist sehr weit verbreitet: einen Tipp von mir, wie du erkennst ob du auch betroffen bist, findest du zusätzlich auf kaufberater.io.

Für anti-aging Zwecke hat sich die niedermolekulare Hyaluronsäure bewährt: diese dringt in die Haut ein und bindet dort die Feuchtigkeit, was zur Minimierung von feinen Fältchen führt und die Haut nachhaltig mit Feuchtigkeit versorgt. Zudem wird die eigene HS-Produktion gesteigert.

Besonders eine stark ausgetrocknete Haut mit gestörter Barriereschicht kann von Hyaluronsäure stark profitieren.

Auch retardverkapselte Hyaluronsäure (Spheren) ist sehr effektiv: es wird eine Art Depot aufgebaut, welches über einen gewissen Zeitraum nach und nach an die Haut abgegeben wird.

Generell kann gesagt werden, dass die Verfügbarkeit in Gelen, Ampullen und wässrigen Seren größer ist als in reichhaltigen Cremes, daher sollte man sie bevorzugt durch diese verwenden.

 

Wie wichtig ist die %-Zahl wirklich?

Je mehr desto besser – das könnte man meinen. Und auch die Hersteller von Hyaluronsäure Produkten werben gerne mit Konzentration von 10% und 20%.

Hierbei handelt es sich dann allerdings schon um eine Mischung zum Hyaluronsäure-Gel (Hyaluronsäure und Wasser zusammen).

In der Regel enthalten diese Gel nicht mehr als 1 % Trockensubstanz, d.h. eine eigentliche Hyaluronsäurekonzentration von 0,1% – 0,2%.

 

Fazit

Ein Inhaltsstoff, den man unbedingt für sich entdecken muss.

Die zahlreichen Vorteile der Verwendung von Hyaluronsäure in Kosmetik fassen wir kurz zusammen:

  • bindet intensiv Feuchtigkeit, für gut versorgte Haut
  • wirkt ausgleichend auf Hyaluronsäurespiegel
  • fördert gesunde, feste Haut
  • unterstützt die Stärkung der elastischen Kollagenfasern
  • verlangsamt Alterungsprozess der Haut
  • reduziert Fältchenbildung
  • wirkt glättend, Haut fühlt sich zarter und glatter an
  • sehr hohe Verträglichkeit da körpereigene Substanz
  • gegen Volumenverlust in der Dermis
  • kann bei jedem Hauttyp und jedem Alter eingesetzt werden.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Wunderwirkstoff Hyaluronsäure gemacht?

 

Quellen:

Olionatura

Studie „The role of the conformational profile of polysaccharides on skin penetration“

Kosmetische Praxis 2008 (4), 16-18 „Hyaluronsäure – ein legendärer Wirkstoff“

Studie „Efficacy of cream-based novel formulations of hyaluronic acid of different molecular weights in anti-wrinkle treatment.“

PTA Forum

Unterstütze deine Haut mit diesem simplen Ritual bei der Gesichtsreinigung

Einfaches Ritual für die Gesichtsreinigung

Manche Dinge sind so simpel.

Und doch ist es manchmal das Simple, das ohne großen Aufwand besonders effektiv wirkt.

So auch dieses einfache Ritual, der sich wirklich direkt in die Tat umsetzen lässt: ab sofort immer lauwarmes Wasser für die Gesichtsreinigung verwenden.

 

Warum lauwarmes Wasser bei der Gesichtsreinigung?

Jede Reinigung der Haut, besonders die mit Tensiden oder waschaktiven Substanzen, setzt dem Hydro-Lipidmantel (unserem besten, hauteigenen Schutzmechanismus) zu.

So braucht die Haut nach der Reinigung eine gewisse Zeit, um sich wieder zu regenerieren und zu schützen. In dieser Zeit ist die Haut empfindlicher gegenüber Umwelteinflüssen wie UV-Strahlung und Bakterien.

 

Lauwarmes Wasser vitalisiert

Nicht zu warm, nicht zu heiß – die sanfte Wärme des lauwarmen Wassers sorgt dafür, dass die Poren mehr Sekret abgeben.

Die Poren werden also leicht in ihrer Tätigkeit angeregt und produzieren dadurch mehr Feuchtigkeit und Lipide als sonst. Genug, um Defizite im Hydro-Lipidmantel auszugleichen.

Dadurch schließen sich Lücken im Schutzmantel der Haut, die durch die Gesichtsreinigung entstanden sind, wieder.

 

Extrem hilfreich bei empfindlicher Haut und Unterlagerungen

Auch wenn man bei eher unreiner Haut grundsätzlich eine Anregung vermeiden möchte, ist dieses Ritual perfekt für diesen Hauttypen geeignet.

Die hauteigenen Fette verflüssigen sich durch Wärme. Dadurch werden sie fluider, können besser abfließen und verstopfen nicht die Poren der Haut.

Das schützt zusätzlich vor Unterlagerungen und Mitessern und letztendlich somit auch vor lästigen Unreinheiten.

Vorstellen kann man sich das wie bei Butter, die im Kühlschrank fest ist und im Sommer auf dem Küchentisch flüssig wird.

Aber auch empfindliche und regenerationsbedürftige Haut profitiert stark von der Tatsache, dass der Hydro-Lipidmantel die Haut nach der Gesichtsreinigung schneller wieder schützt.

 

Fazit

Lauwarmes Wasser bringt jedem Hauttyp, auch den komplizierteren wie empfindlich oder unrein, bei der Gesichtsreinigung nur Vorteile.

Es ist ein absolut einfaches Ritual, was ohne große Umstände und Kosten in den Alltag integriert werden kann.

PS: Sowie lauwarmes Wasser die Regeneration anregt, stoppt kaltes Wasser diese. Die Drüsen geben durch die Kälte weniger Sekret ab, die Fette sind kompakter (weniger flüssig) und können dadurch schlechter abfließen.

2-Schichten-Prinzip: Sag deiner trockenen Haut den Kampf an!

Trockener Haut den Kampf ansagen

Sie verhält sich unvorhersehbar.

Bei der Pflege kommt man schnell an seine Grenzen, die Haut reagiert oft nicht so wie sie sollte.

Trockene Haut hat viele Gesichter.

Die Kosmetikindustrie suggeriert uns, dass wir genau jetzt eine besonders reichhaltge Pflege benötigen. Aber ist das sinnvoll?

 

Trockene Haut ist nicht gleich trockene Haut!

Im Volksmund gibt es nur trockene Haut. In Wirklichkeit und aus dermatologischer Sicht gibt es allerdings zwei Arten dieses Hautzustandes – fetttrockene und feuchtigkeitstrockene Haut.

Besonders hart trifft es diejenigen, die von der Mischung beider Varianten betroffen sind.

Wer unter fetttrockener Haut leidet, hat zumeist auch mit feuchtigkeitstrockener Haut zu kämpfen.

Vielen Häuten fehlt tatsächlich eher die Feuchtigkeit, weniger das Fett – aus diesem Grund spannt die Haut oftmals nach der Reinigung.

Mit diesem Test kann man schnell herausfinden, ob die Haut vorrangig unter einem Feuchtigkeitsmangel leidet.

 

Oftmals nur kurzfristige Besserung möglich

Verwende ich auf meiner feuchtigkeitstrockenen Haut ein vorrangig feuchtigkeitsspendendes Produkt, fühlt sich das erstmal genau richtig an. Die Feuchtigkeit wird von der Haut rückstandslos aufgenommen.

Das Problem allerdings: die Feuchtigkeit verdampft auch wieder ziemlich schnell. Besonders wenn der Haut die notwendigen Lipide fehlen.

Im Normalfall hält der Hydro-Lipidmantel die Feuchtigkeit in der Haut: ist dieser nicht intakt, entsteht eine durchlässige Barriere und entweder Fett- oder Feuchtigkeitsgehalt leiden. Im schlimmsten Fall sogar beides.

Und so passiert es nicht selten, dass tagtäglich Produkte im Kampf gegen diesen Hautzustand verwendet werden, ohne das tatsächlich eine Besserung eintritt.

 

Das „2-Schichten Prinzip“ schafft Abhilfe

Nachfolgend erfahrt ihr einen der effektivsten Tricks gegen feuchtigkeitstrockene und fetttrockene Haut nach dem einfachen aber wirkungsvollem „2-Schichten Prinzip“. Die Devise: erst Feuchtigkeit, dann Fett.

Das Ergebnis ist eine ideal versorgte und pralle Haut.

Was ihr dafür braucht?

  • eine reine Feuchtigkeitspflege (z.B. Gel, wässrige Ampulle, Hyaluronsäureserum)
  • eine sehr reichhaltige Creme mit hohem Ölanteil (z.B. W/Ö Emulsion, Nachtcreme für trockene Haut) oder ein reines Gesichtsöl, möglichst ohne Silikon- und Mineralöle

Wie ihr vorgeht?

1. Schicht

Zuerst wird die Feuchtigkeitspflege großzügig aufgetragen.

Es wird solange nachgetragen, bis die Haut gut mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Das erkennt man gut daran, dass sie kaum noch Produkt aufnimmt.

Eine leichte Massage fördert die Aufnahmefähigkeit der Haut.

Schon jetzt sollte sich die Haut gut versorgt und prall anfühlen.

2. Schicht

Über die Feuchtigkeitspflege wird nun die reichhaltige Creme mit hohem Ölanteil oder das Gesichtsöl aufgetragen.

Auch hier darf man großzügig sein – es darf von der Menge wie eine Crememaske werden.

Nach 20-30 Minuten Einwirkzeit werden die überschüssigen Cremereste mit Tüchern entfernt.

Ist nur noch wenig der ursprünglich aufgetragenen Fettcreme auf der Haut, ist dies ein Zeichen fetttrockener Haut. In dem Fall können die Reste einfach einmassiert werden.

 

Was ist passiert?

Dieses einfache Prinzip hat verblüffende Wirkungen: Die unter der reichhaltigen Creme liegende Feuchtigkeit kann nicht verdunsten und wird so in der Haut „eingeschlossen“.

Vorstellen kann man sich wie folgt: Gibt man Wasser und Öl zusammen in ein Glas, schwimmt das Öl aufgrund der geringeren Dichte oben, das Wasser unten. Das Öl schließt somit gewissermaßen die Feuchtigkeit ein.

Der zusätzlich durch die oben aufliegende Fettschicht entstehende Okklusiveffekt sorgt für einen leichten Wärmeanstieg der Haut. Die oberste Hautschicht quillt leicht auf, dadurch ist die Aufnahmefähigkeit erhöht und Lipide und Feuchtigkeit können tiefer als sonst in die Haut eindringen.

Ideal auch, weil die Haut eventuell fehlende Lipide durch die zweite Schicht ausgleicht – alles Überschüssige wird nach der Einwirkzeit ja abgenommen. Je nach Hautbild – mehr oder weniger fetttrocken – wird auch entsprechend viel oder wenig von der reichhaltigen Creme übrig sein.

Für Langzeiteffekte 2-3 mal wöchentlich für mehrere Wochen wiederholen.

Für sehr trockene Haut ist die Anwendung auch täglich möglich: die beiden Schichten werden dann dünn wie normale Pflege aufgetragen und kurz einmassiert.

Dieses Prinzip ist perfekt für alle Alterklassen geeignet, je nach Produkt und Wirkstoff aber auch für anti-aging Zwecke.  Feine Fältchen werden durch Feuchtigkeit aufgefüllt, die Haut wirkt praller und durch den Okklusiveffekt werden Wirkstoffe besser aufgenommen.